Reinach
Familiäres Miteinander und Nächstenliebe

Mit einem Evangeliumszelt in Menziken haben die Siebenten-Tags-Adventisten im Jahr 1908 ihre Aktivitäten im oberen Wynental begonnen. Am Samstag konnte die evangelische Freikirche ihr modernes, Familien- und Gemeinschaftszentrum einweihen.

Sibylle Haltiner
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Für das Zentrum starkgemacht haben sich Michael Albisser, Arnold Zwahlen, René Frauchiger, Amanda Nyffeler und Matthias Sailer. SIH

Für das Zentrum starkgemacht haben sich Michael Albisser, Arnold Zwahlen, René Frauchiger, Amanda Nyffeler und Matthias Sailer. SIH

Neben dem Gottesdienstraum ist das Herzstück des Zentrums die Küche mit Ess- und Aufenthaltsraum. Dort könnten auch Kochkurse durchgeführt werden. «Wir arbeiten mit andern Vereinen sowie mit dem Sozialdienst Reinach zusammen», meinte Arnold Zwahlen von der Reinacher Adventgemeinde. Das Familien- und Gemeinschaftszentrum (FGZ) soll denn auch Organisationen offen stehen, «die in unser Konzept passten», wie Zwahlen erklärte.

In den oberen zwei Stockwerken liegen Kursräume, Studios und Nasszellen, die noch fertig ausgebaut werden müssen. Krabbelgruppe, Pfadfinder oder eine Kinderkrippe könnten dort die passenden Räume finden.

Zerreissprobe der Architektur

An der offiziellen Einweihungsfeier am Samstagnachmittag sprachen verschiedene Gemeindemitglieder und Beteiligte über die Entstehung des FGZ. René Frauchiger, Dienstältester der Gemeinde Reinach, wie er sich selbst nennt, berichtete über die Anfänge der Adventisten im Wynental zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Damals verloren Arbeiter ihre Stelle, weil sie am Samstag, dem Sabbat der Adventgemeinde, nicht arbeiten wollten. Arnold Zwahlen erzählte von der Vision der Reinacher Gemeinde, ein Gemeinschaftszentrum zu errichten. Dank dem überzeugenden Konzept erhielt man die Unterstützung der zu einem Verband zusammengeschlossenen Deutschschweizer Adventgemeinden, sodass das Zentrum gebaut werden konnte.

Der Architekt Rolf Schweizer berichtete über die Planungsphase und den Bau. «Es war eine Zerreissprobe, die Architektur gefiel nicht allen und die Wünsche mussten dem Budget angepasst werden.» Eigentlich wäre der Kredit mit dem Erdgeschoss aufgebraucht gewesen, aber dank grosser Eigenleistungen konnten auch der erste und der zweite Stock realisiert werden. Anfang April werden alle Ausbauarbeiten beendet sein.

Bereits jetzt sollen bestehende Veranstaltungen der Gemeinde, die bisher im KV-Gebäude eingemietet war, ins FGZ verlegt werden. Nach der offiziellen Eröffnung Mitte Mai wird das Zentrum jeden Donnerstagnachmittag geöffnet sein und ein familiäres Miteinander, wie auch Vernetzungen und Beratungen ermöglichen.

Arnold Zwahlen fasste das Projekt wie folgt zusammen: «Beim Konzept haben wir uns an andern Familienzentren orientiert, wollen aber mit unserem FGZ auch die christliche Nächstenliebe in die Tat umsetzen.»