Er wollte eine Testfahrt machen und es kam in Gontenschwil zu einem Unfall. Am 24. August kam es zur Kollision zwischen dem 14-jährigen Mofafahrer Emanuel J. und einem 61-jährigen Automobilisten, der ihn überholen wollte. Der Fall liegt momentan bei der Jugendanwaltschaft Aargau.

«Der beim Mofafahrer durchgeführte Drogenschnelltest verlief positiv. Er musste sich einer Blut- und Urinprobe unterziehen», schrieb die Kantonspolizei danach in ihrer Medienmitteilung. Emanuel J. wurde der Führerausweis abgenommen, den er seit einem Monat besass. «Im ganzen Dorf heisst es, er sei ein Drögeler», sagte der Stiefvater gegenüber Tele M1. Und auch die Mutter kann kaum glauben, wie schnell sich solche Gerüchte im Dorf verbreiteten.

Wegen positivem Drogenschnelltest wurde dieser Jugendliche aus Gontenschwil verleumdet

Wegen positivem Drogenschnelltest wurde dieser Jugendliche aus Gontenschwil als Drögeler bezeichnet

Später stellte sich heraus, dass der Drogenschnelltest falsch war, denn der Urintest war negativ. Der Stiefvater kritisiert, dass die Polizei ein unsicheres Resultat veröffentlichte und so der 14-Jährige als Drögeler abgestempelt wurde.

Was sagt die Kantonspolizei zum Einsatz dieser Drogenschnelltests? Roland Pfister, Mediensprecher der Kapo, nimmt Stellung:

Herr Pfister, warum werden Drogenschnelltests gemacht?

Roland Pfister: Bei Verkehrskontrollen braucht es einen Verdacht, beispielsweise wenn der Pupillentest den Eindruck bestätigt. Bei Verkehrsunfällen überprüfen wir standardmässig auf Drogen und Alkohol.

Wie funktioniert dieser Test?

Man nimmt eine Speichelprobe und nach ein paar Minuten erscheint eine Kontrolllinie für das richtige Ausführen des Testes, sowie ob auf Drogen positiv getestet wurde.

Wann werden Blut- und Urintest angeordnet?

Sobald ein Drogenschnelltest positiv ist, werden von der Polizei Blut- und Urinprobe angeordnet. Das rechtsmedizinische Institut wertet diese dann aus. Findet man im Urintest keine Anhaltspunkte auf Drogen, wird das Blut nicht ausgewertet.

Wie zuverlässig sind die Drogenschnelltests?

Sie sind sehr zuverlässig. Im einstelligen Prozentbereich gibt es falsche Testergebnisse. Doch man muss sehen, dass dies nur ein Vortest ist.

Es kann also sein, dass sich ein positiver Drogenschnelltest als falsch herausstellt, umgekehrt wäre dies nicht möglich?

Doch, das kann natürlich sein. Es kann aber auch sein, dass die Polizei überhaupt keinen Test anordnet. Wir haben die Möglichkeit, diese Geräte zu benutzen und müssen uns auf sie verlassen.

Warum werden die Resultate eines Vortests öffentlich in einer Medienmitteilung kommuniziert?

Wir machen die Medienmitteilung im Sinne einer Präventionsmassnahme, so wollen wir Transparenz schaffen. Die Identität geben wir jedoch nicht bekannt. Dass ein Vorfall zum Gespräch werden kann, kann passieren.