1941 war der Start dieses Altersheims in Menziken. Und zwar, weil Jakob Irniger (1853 bis 1938) im Testament seine 1857 erbaute Villa zu diesem Zweck der Gemeinde Menziken vermachte. «Beim Start vor 71 Jahren gab es 14 Zimmer», sagt Thomas Staub, Präsident des Verwaltungsrats der Residenz. Nach ersten Erweiterungen 1961 und 1972 wurde 1998 das Haus B erbaut. Damit stieg die Zimmerzahl auf 57.

32 Zimmer und Erlebnisgarten

Und nun, seit dem 1. November 2016, nach 17 Monaten Bauzeit, als mit dem Neubau 32 neue Zimmer (plus ein Ferienzimmer in Haus B) dazukamen, kann «Falkenstein» 90 Zimmer anbieten. «Alles Einzelzimmer», wie Thomas Staub stolz sagt. Und alle Zimmer verfügen jetzt über einen eigenen Balkon oder einen Gartensitzplatz.

Für Samuel Wiederkehr, Präsident der Baukommission, ist hier «ein Leuchtturm entstanden». Allerdings gibt er sich keinen Illusionen hin: Es werde da nicht zum letzten Mal eine Schlüsselübergabe gefeiert. Wichtiger Teil des Neubaus – den aktuellen Bedürfnissen geschuldet – ist eine Wohngruppe für Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Zentral ist hier der Erlebnisgarten mit Endlosweg, Hochbeeten, Sitzbänken und dem alten Kastanienbaum als Schattenspender.

Ebenfalls ins neue Gebäude integriert wurde die seit Jahren etablierte Tagesstätte. Der Rundgang zeigt es: Hier ist gut verweilen. Man kann werken, jassen, ruhen, kochen. Fürs Mittagsschläfchen gibts einen speziellen Ruheraum. «Pro Tag können bis zu 10 Personen kommen», sagt Edith Lehner, die Leiterin der Tagesstätte. Und der Werkraum ist nicht Bastelraum: «Wer hierherkommt, hat Ressourcen, die man erhalten kann.» Noch ist die Tagesstätte erst drei Tage pro Woche offen.

Architekt Andreas Graf legt die Grundideen der Planer dar: Das «Falkenstein» soll Teil des Dorfes sein, nicht Getto. Die Institution soll zudem, wegen des eingeschränkten Radius der Bewohnenden, selber ein kleines Dorf sein. So gibt es hier ein offenes Café, einen Coiffeur und Veranstaltungen. Auch in den Gängen sind Nischen mit Sitzmöglichkeiten vorhanden, die Kontakte ermöglichen.

Weniger Spitalatmosphäre

Die dritte Maxime: Das Haus soll «ein Haus sein, in dem man gerne selber wohnen würde». Konkret: weniger Spitalatmosphäre, mehr Wohnlichkeit. Dazu gehört die Privatsphäre ebenso wie die Materialien, Farb- und Lichtkonzept sowie die Möbel. In der Tat: Das Ambiente wird gerühmt. Warme Farben. Zarte Aquarelle an der Gangwand, ob Lanzarote oder Wynental. Und in der Stube stehen Bücher von Hans Ernst und Friedrich Walti.

Freude hat auch Hansjörg Elsasser, Präsident des Spitalvereins Wynen- und Seetal. Der Verein ist Bauherr und Besitzer des «Falkenstein». Er überreicht Geschäftsleiterin Ursula Gnädinger symbolisch einen Schlüssel und erhält von ihr eine grosse Torte. Piotr Palczynski, der katholische Pfarrer von Menziken, weiht den Bau ein in Anwesenheit von Gemeinderäten, Baukommission, Architekten, Spitalverein und Vertretern von anderen Pflegeinstitutionen. Bevor die Bevölkerung einen Augenschein mit Musik nehmen kann.