Reinach
Existenzkrise bei den Eishockey-Damen aus Reinach?

Nach seinem fristlosen Rücktritt sagt der ehemalige TK-Chef des Damen-Teams: «Ich habe kein Vertrauen mehr gespürt.»

Daniel Monnin
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Beim SC Reinach hängt wieder einmal der Haussegen schief: Die immer wieder aufflackernden Probleme haben mit dem fristlosen Rücktritt von Patrick Brunner, Chef der Technischen Kommission (TK) des Damen-Teams, einen neuen Höhepunkt erreicht. Brunner, erst seit einer Saison im Amt, sah keine Perspektiven für eine erfolgreiche Weiterarbeit mehr und zog die Konsequenzen. Er habe kein Vertrauen mehr gespürt und überhaupt stehe der Vorstand nicht zu seinem Damen-Team, sagt er. «So macht es keinen Sinn, die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit gegenseitigem Respekt war nicht mehr gegeben.»

Reinach-Präsident Stefan Frank bestätigt «divergierende Ansichten». Der Vorstand habe Brunners Entscheid akzeptiert und danke ihm für die Dienste während der letzten Saison. Stefan Frank betont, dass er die anstehenden Aufgaben als TK-Chef der Damen interimistisch selber übernehmen werde, bis «ein Nachfolger auf die kommende Saison hin gefunden ist.»

Zwei Rücktritte in einem Jahr

Personalwechsel in der sportlichen Führung eines Teams oder eines Clubs sind keine Seltenheit. Doch zwei «Rücktritte» innert einem Jahr – nach der vorletzten Saison legte bereits der langjährige Teamleiter Franz Pelloli sein Amt nieder – deuten nicht gerade auf ein spannungsfreies Zusammengehen zwischen dem Hauptclub und seiner «Dependance», dem Damen-Team, hin. Zumal auch immer wieder Gerüchte die Runde machen, der aktuelle Vorstand möchte das Damen-Team am liebsten auflösen.

Dem widerspricht Stefan Frank energisch: «Der SC Reinach wird in der kommenden Saison mit hundertprozentiger Sicherheit ein Damen-Team stellen. Wir haben vor rund einem halben Jahr die kurz- und mittelfristigen Ziele zusammen mit dem Damen-Team festgelegt. Das kurzfristige Ziel mit dem Ligaerhalt haben wir erreicht. Ich bin extrem stolz auf diese Teamleistung.» Im Zeithorizont von drei bis fünf Jahren wolle der SC Reinach «zurück in die Top drei der Frauenliga. Diese Ziele haben wir letzte Woche überprüft und vom Vorstand aus entsprechende Massnahmen eingeleitet.»

Ausländische Verstärkung möglich

Ende gut, alles gut? Ist der Sturm im Wasserglas zu Ende? Zumindest scheint eine weitere Existenzkrise – wie im Umfeld des Damen-Teams befürchtet wurde – für den Moment abgewendet. Zumal Stefan Frank auch davon spricht, «dass ausländische Verstärkungsspielerinnen budgetiert sind, wir aber unser Hauptaugenmerk für den Moment auf Schweizer Spielerinnen richten wollen.» Ausländerinnen würden später, in Kenntnis des aktuellen Kaders und in Absprache mit dem Trainer verpflichtet, sagt Frank. A propos Trainer: Dieser steht noch nicht fest. Es ist durchaus möglich, dass der bisherige Amtsinhaber Bernhard Bachmann das Team weiter leiten wird. Für das Sommertraining ist, so Stefan Frank, der NLA-Linienrichter und Reinacher Eismeister Peter Küng zuständig.

Captain Sandra Thalmann gibt sich diplomatisch und lobt die Verdienste von Patrick Brunner: «Schade, dass er aufhört.» Sie meint aber gleichzeitig, dass «halt nun auch wir Spielerinnen gefordert sind, den Vorstand bei der Planung der nächsten Saison zu unterstützen.»

Der Reinach-Präsident Stefan Frank gibt sich zuversichtlich: «Wir haben in unserer Region rund fünf Hockey-Teams mit vielen jungen Mädchen, was mich für die Zukunft sehr positiv stimmt. Das Damen-Team des SC Reinach soll ein Karriereziel für diese jungen Talente sein. Eine Auflösung des Damen-Teams kommt für den Vorstand deshalb nicht infrage.»

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