WSB
Ex-Lokführer-Chef: «Umgang mit Personal dringend verbessern»

Die Zufriedenheit der Lokführer der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) sinkt zunehmend. Seit März 2014 haben 11 von 50 Lokführern gekündigt. Jetzt kritisiert der ehemalige Chef der Lokführer die WSB-Führung.

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Die Wynental- und Suhrentalbahn kommt nicht zur Ruhe: Personalmangel hat bei der WSB zu Zugausfällen geführt. Unzufriedene Lokführer kritisieren die Arbeits- und Ruhezeiten. An einer Medienkonferenz entschuldigte sich die WSB-Führung für die Ausfälle und erklärte, man arbeite an Verbesserungen mit Personalvertretern. Nun kritisiert der ehemalige Chef der Lokführer die WSB-Führung.

Die WSB-Führung erklärt sich: Mathias Grünenfelder und Kaspar Hemmeler bei der Medienkonferenz. Chris Iseli
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Am letzten Freitag fielen zwei Züge der Wynental- und Suhrentalbahn vollständig aus.
«Es tut uns leid, dass die zwei Züge ausgefallen sind», sagt WSB-Verwaltungsratspräsident Kaspar Hemmeler (rechts) an der Medienkonferenz.
WSB-Chefs bei PK

Die WSB-Führung erklärt sich: Mathias Grünenfelder und Kaspar Hemmeler bei der Medienkonferenz. Chris Iseli

Chris Iseli/AZ

Langjährige Mitarbeiter seien bei Lücken eingesprungen, hätten sich engagiert, sagt Andreas Heer aus Gränichen gegenüber dem Regionalsender «Tele M1». «Sie wurden aber nicht gelobt, sondern eher kritisiert. Und schlussendlich auch lohnmässig zurückgestuft.» Wer sich widersetzte, sei schikaniert worden.

Seit zwei Jahren arbeitet Heer nicht mehr bei der WSB. Als Leiter Fahrpersonal habe er gegen die schlechte Behandlung der Lokführer angekämpft. Deshalb sei er als Störenfried abgestempelt worden. «Das merkte ich, als man mich aus gewissen Prozessen herausgenommen und mir nahe gelegt hat, ich solle die Firma verlassen.»

An der Pressekonferenz dieser Woche sagte WSB-Direktor Mathias Grünenfelder, man habe den Einstiegslohn für Abgänger deutlich verbessert. Mit Veränderungen beim Lohn alleine sei es aber nicht getan, sagt Andreas Heer. «Den Umgang mit dem Lokpersonal muss man dringend verbessern.»

Die WSB nimmt gegenüber «Tele M1» schriftlich Stellung: «Zu einzelnen ehemaligen Mitarbeitenden und deren Austrittsgründen nehmen wir aus Rücksicht auf die Privatsphäre keine Stellung. Sachliche Kritik nehmen wir ernst, weil dies unsere Unternehmen weiter bringt. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden und eine positive Unternehmenskultur sind uns wichtig.»

Andreas Heer arbeitet heute bei der Armee und bildet Lastwagenfahrer aus. Zurück zur WSB würde er nicht mehr. (ssu)