Reinach

EWS setzt auf Wasserstrom

Die Strompreise sinken. (Symbolbild)

Die Strompreise sinken. (Symbolbild)

Der Oberwynentaler Stromlieferant senkt die Energiepreise für 2017 und fördert dennoch den Wasserstrom.

Der Geschäftsführer der EWS Energie AG, Christian Gerber, verkündet für das Jahr 2017 leicht sinkende Strompreise. Der Preis pro Kilowattstunde sinkt für Haushaltungen und Kleinbetriebe von 17,33 Rappen auf neu 16,74 Rappen. Die Preise würden grundlegend sinken, sagte Gerber. Und mit einem Blick auf die Schweizerkarte, ergänzte Gerber, dass sich der Aargau und mit ihm die EWS Energie AG als Endkundenlieferant durchaus im grünen Bereich bewegten mit ihren Preisen.

Noch liefert die EWS zu 96 Prozent Strom aus nicht überprüfbaren Energieträgern an ihre Kunden. Das heisst, die EWS kann nicht beziffern, welcher Strom – ob Wasserkraft, Atomstrom, ausländischer Gas- oder Kohlestrom – in Reinach aus der Steckdose fliesst. Der Anteil der geförderten Energie wie Solar- und Windstrom beträgt heute nur gerade 3,5 Prozent. Doch das werde sich jetzt stetig ändern, sagte Gerber mit Blick auf die in der Schweiz beschlossene Energiewende.

Ein klares Zeichen, wohin die Reise gehen soll, hat der EWS Verwaltungsrat bereits gesetzt. Ab Januar 2017 wird der Strom für die Grundversorgung (Kunden mit Bezug unter 100 000 kWh) mit 100 Prozent Schweizer Wasserkraft veredelt. Konkret bedeutet dies, dass die Wasserkraft in der Schweiz von der EWS und ihren Kunden bewusst genutzt wird. Gerber vergleicht das mit Bio-Bananen. «Auch hier bezahlt der Kunde etwas mehr für das Produkt, kennt aber dafür dessen Herkunft und Qualität.»

Angleich Hoch- und Niedertarif

Der Strompreis setzt sich auch künftig aus den folgenden drei Teilbereichen zusammen: Energie (knapp 8 Rappen), Netznutzung (6 Rappen) und 2 Rappen Abgaben.

Neu werden jedoch im nächsten Jahr die seit Jahren üblichen Hoch- und Niedertarife angeglichen. Und ab 2018 wird den Kunden ein Einheitstarif verrechnet. Heute beliefert die EWS Energie AG ihre Kunden mit rund 110 GWh Strom jährlich. 76 Prozent davon beziehen die «Festen Kunden», Hauhalte und kleinere Unternehmen. 34 Prozent werden an Grosskunden im freien Markt geliefert.

Mit Blick auf die Energieabstimmung vom 27. November, sagte Gerber, die EWS Energie AG stehe grundsätzlich für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie ein, befürchte aber, dass die Frist zu knapp sei, um alle nötigen Vorkehrungen im Netz und mit der Steigerung der erneuerbaren Produktion zu bewältigen. «Und Importstrom aus Kohlekraftwerken möchten wir ja auch nicht.»

Ein Blick in die Zukunft

Die EWS Energie AG setzt mit einer Info-Broschüre regelmässig auf aktive Kundeninformation. Dabei ist die E-Mobility, die Mobilität mit Elektroautos, ein immer wichtigeres Thema. Erste positive Erfahrungen hat die EWS bereits gesammelt mit einem firmeneigenen Fahrzeug und der Ladestation auf dem Areal. Das Fahrzeug der EWS hat eine Reichweite von 150 Kilometern und ist innert anderthalb Stunden wieder aufgeladen. «Die reinen Stromkosten betragen pro 100 Kilometer rund drei Franken», sagt Gerber.

Das «Zapfstellennetz» für E-Fahrzeuge werde jetzt in der Schweiz laufend ausgebaut. Weiter arbeitet die EWS daran, ihre Endkunden sogenannt «smart» zu machen. Dabei stehen private Photovoltaik-Anlagen im Fokus. Ein Ziel sei, dass die Eigentümer ihren Strom selber verbrauchen oder in einer Batterie im Keller speichern und so zu einem grossen Teil autonom werden. In diesem Bereich sei heute viel im Umbruch, sagte Gerber, es würden immer praktischere Lösungen auf den Markt kommen.

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