Schöftland

EVP-Grossrat: «Wie ich beim Weissen Kreuz meinen Zivildienst leistete»

Hochzeit zwischen Masterarbeit und Zivildienst: Angela und Uriel Seibert. zvg

Hochzeit zwischen Masterarbeit und Zivildienst: Angela und Uriel Seibert. zvg

Der Schöftler EVP-Grossrat Uriel Seibert hat in seinem ereignisreichen Jahr 2018 mehr getan als geheiratet.

Masterarbeit, letzter Zivildiensteinsatz, Hochzeit: Für EVP-Grossrat Uriel Seibert war 2018 das Jahr der Umbrüche. Der 27-Jährige, der seit Dezember 2015 im Grossen Rat sitzt, hat in den vergangenen Monaten wichtige Lebenskapitel abgeschlossen und neue aufgeschlagen. Am 25. August heiratete der gläubige Christ und Anhänger einer Freikirche in der Kirche Rued seine Angela. Die beiden wohnen heute in Schöftland. Der Umzug war kein leichter Schritt für den im Ruedertal gut verankerten Seibert, der mit sieben Geschwister in Schlossrued aufwuchs.

Beim Ja-Wort Ende August hatte der Sekundarlehrer, der an der Kreisschule Safenwil-Walterswil unterrichtet, bereits ein anderes Grossprojekt unter Dach und Fach gebracht: seine Masterarbeit zum Thema «Geschichtsunterricht an ausserschulischen geschichtlichen Bildungsorten».

Letztes Mal Zivildienst

Zeit für Flitterwochen blieb dem jungen Paar kaum, am 3. September begann Seiberts letzter WK seiner Zivildienstkarriere. Ein Monat Dienst war noch zu leisten. «Ich suchte nach einem Einsatz, der auch meinen Fähigkeiten entspricht», so Seibert. Da die christliche Organisation Schweizerisches Weisses Kreuz ein pädagogisches Kursangebot für Schülerinnen und Schüler im Primar- und Oberstufenalter im Programm hat, bewarb er sich dort als Zivildienstleistender.

Das Weisse Kreuz bietet Sexualpädagogik-Kurse in Schulen an, auch für Oberstufenschüler. Aber nicht nur wegen seiner Erfahrung als Lehrer – er gab unter anderem Empfehlungen zum pädagogischen Programm ab – war Seibert willkommen: Die Organisation bereitete damals gerade den Umzug von Dürrenäsch nach Aarau vor (wo sie heute ihren Sitz hat) und der Grossrat wurde mit der Aufnahme des Inventars betraut. Er erstellte Listen, fotografierte den Inventarbestand und stellte ausgeschiedene Möbel auf Internet-Verkaufsportale. «Darüber hinaus habe ich die Kommunikationsstrategie der Organisation studiert und mir überlegt, wie man diese in die Zukunft führen könnte», sagt er. «Das Weisse Kreuz ist vor allem für seine ablehnende Haltung gegenüber Abtreibungen bekannt, dieser Punkt steht heute aber weniger stark im Fokus. Also habe ich mir während dieses Monats überlegt, wie man die veränderte Ausrichtung nach aussen trägt.»

Auf die Nationalratsliste

Kaum war der Herbst vorbei, musste das junge Ehepaar die ersten Weihnachtsfeiern planen. «Wir sind acht Geschwister und feiern mehrere Male.» Die ersten Feiern haben die Seiberts denn auch bereits hinter sich.

Wird es ihm bei so viel Rummel 2018 im kommenden Jahr langweilig werden? «2019 stehen Nationalratswahlen an, also wird mir nicht langweilig», sagt Seibert verheissungsvoll. Heisst, das nächste Jahr steht wieder im Zeichen der Politik. «Ich trete gerne zu den Nationalratswahlen an und würde natürlich auch eine Wahl gerne annehmen - auch wenn ich meine persönlichen Wahlchancen als eher gering einschätze.»

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