Wasserkraft
«Es gibt noch Pioniere in diesem Land»

Das erste Wasserwirbelkratfwerk der Schweiz steht an der Suhre. Es heisst «Dr. Bertrand Piccard». Ams Samstag wurde es in Schöftland eingeweiht – unter Beisein von viel Prominenz.

Sibylle Haltiner
Merken
Drucken
Teilen

Die Taufe sollte zeigen, dass alle am gleichen Strick ziehen. Symbolisch wurde deshalb ein Seil durch die Zuschauermenge gespannt, an welchem, neben den Festbesuchern, auch Regierungsrat Urs Hofmann und Bertrand Piccard zogen und damit eine Wimpelgirlande zum Vorschein brachten. Daran hingen die Flaggen aller Kantone und Länder, die bereits eine Delegation zur Besichtigung des Wasserwirbelkraftwerkes geschickt hatten. Erstaunt konnte man Länder wie Ecuador, Ruanda oder China entdecken.

Zum Taufakt versammelte sich eine stattliche Anzahl Leute an der Suhre. Von einem Steg aus konnte das Kleinkraftwerk besichtigt werden. Dabei beeindruckte die Einfachheit der Technik. Auch fällt die Kons-
truktion nicht gross auf, sie ist in ein Renaturierungsgebiet eingebettet. Damit werde «Energie mit der Natur für uns alle produziert», so Andreas Steinmann, Initiant des Wasserwirbelkraftwerkes.

Zukunftsweisendes Projekt

«Das Volk wird entscheiden, in welche Richtung die Zukunft der Energie geht», meinte Regierungsrat Urs Hofmann in seiner Ansprache. Eine dezentrale Energieversorgung sei sehr wichtig. «Möge das Wasserwirbelkraftwerk von Schöftland das erste von vielen sein», wünschte Hofmann zum Schluss. Danach wurde eine Tafel enthüllt, welche an den Taufpaten Bertrand Piccard erinnert.

Im Anschluss an den Taufakt be-richtete Piccard an einem öffentli-chen Vortrag über sein faszinieren-des Projekt Solarimpulse. Bereits vorher hatte er mit Vertretern aus Politik und Industrie über die Zukunft der Energieversorgung diskutiert.

Dabei kam zum Ausdruck, dass die Schweiz punkto erneuerbare Energien ein Entwicklungsland ist. Piccard beklagte den fehlenden Pioniergeist, meinte aber hoffnungsfroh mit Blick auf die Initianten des Wasserwirbelkraftwerkes: «Zum Glück gibt es noch einige Pioniere in diesem Land.»