Menziken
Es gibt mehrere «typische Adolf Weber» – Ausstellung im alten Pfarrhaus

Menziken Unter dem Titel «Jahrzehnte» lädt das Konsortium Adolf Weber (1925–1996) zu einer Retrospektive ins Alte Pfarrhaus ein.

Peter Siegrist
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Adolf Weber: Maisfeld und Pappeln, Öl auf Leinwand, um 1971, 73×100 cm.

Adolf Weber: Maisfeld und Pappeln, Öl auf Leinwand, um 1971, 73×100 cm.

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Die diesjährige Ausstellung mit Werken des 1996 verstorbenen Menziker Malers Adolf Weber sei die erste in der Art einer Retrospektive, erklärt Claudius Weber, Sohn des Malers. So wie man sich in früheren Ausstellungen mit den gemalten Motiven und der Betrachtungsweise des Künstlers auseinandergesetzt habe, wolle man jetzt einer anderen Blickrichtung folgen. «Jahrzehnte» versuche, die künstlerische Biografie und die Entwicklung innerhalb des Lebenswerks von Adolf Weber nachzuzeichnen.

Die verschiedenen Räume des Alten Pfarrhauses, in dem notabene der Künstler seit Ende der 1970er–Jahre gearbeitet hat, bieten die Hülle für eine interessante Werkschau.

Eingang, Treppenhaus und Veranda dienen «dem Vorwort», wie Claudius Weber sagt. Ältere Werke und Selbstporträts empfangen die Ausstellungsbesucher. Vieles wird mit Text und Fotos dokumentiert, um die historische Dimension zu zeigen. Eine historische Sicht auf das Werk des Künstlers sei wichtig, sagt Claudius Weber, «weil es mehrere «typische Weber» gibt.

Wählt der Besucher den chronologischen Rundgang, dann beginnt er in den 1950er-Jahren und stellt fest, wie der junge Maler immer expressiver wurde in seiner Bildsprache. Ein Jahrzehnt später verfeinert sich Webers Malerei, wird mit dem stärkeren Blick auf das Atmosphärische immer impressionistischer. «Er strebte nach dem eigenen Stil», sagt Claudius Weber. Gegen Ende der 1970er-Jahre malte der Künstler detaillierter und glitt in die Phase des Erzählerischen hinüber. Während der 1980er-Jahre malte Weber viel im und ums Haus. «Damals hat er viel unkonventionelle Sujets gewählt, und er hatte Erfolg damit», so Webers Sohn. Das Ungewohnte habe den Leuten gefallen.

Um 1990 bis zum seinem Tod 1996, seinen letzten Jahren, fand Adolf Weber zurück zur reinen Kunst. Er malte vermehrt an der Wyna, in der näheren Umgebung und in seinem Garten.

Jahrzehnte Ausstellung im Alten Pfarrhaus Menziken. 23. August–14. September, Sa und So 13–17 Uhr. Vernissage, 23. August, 15 Uhr.

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