Reinach

Es geht los: Die Megaschule aargauSüd wirft ihren Motor an

Im Saalbau Reinach wurde auf die Geburtsstunde der neuen Kreisschule für elf Gemeinden angestossen.

1000 Schüler, vier Schulhäuser, eine Schulorganisation: Nach den Sommerferien wird die Kreisschule aargauSüd für die Oberstufenschülerinnen und -schüler aus elf Gemeinden des Wynen- und Seetals Realität. Dann werden die Bezirksschüler nach Reinach und Unterkulm zur Schule gehen. Menziken fällt weg, erhält dafür drei Sek-Real-Klassen.

Der Gontenschwiler Oberstufenstandort fällt gänzlich weg.
Als Organisation besteht die Kreisschule aargauSüd (die Fusion aus den Kreisschulen Homberg und Mittleres Wynental sowie der Oberstufe Menziken) jedoch bereits seit dem 1. Januar. Zum Startschuss fanden die Schulpflege und der Kreisschulrat einen Apéro für das Schulpersonal (etwa 200 Angestellte) angebracht.

Ersatz für Schulpflegerinnen findet sich nicht leicht

Zwar: Vollständig ist die Schulorganisation noch nicht beziehungsweise nicht mehr – zwei Kreisschulpflegerinnen sind bereits vor der Geburtsstunde zurückgetreten. Von den sieben Schulpflegerinnen und Schulpfleger, die im September 2018 vom neuen Kreisschulrat gewählt worden waren, sind noch fünf übrig. Deborah Beyrouthy (Oberkulm und Teufenthal) trat im letzten Sommer zurück, Jeannette Bentele (Menziken) Ende Dezember.

Trotz Ausschreibungen habe noch kein Ersatz gewählt werden können, sagt Kreisschulpflegepräsidentin Christina Camadini (32, SVP), die momentan zusätzlich für die vakanten Ressorts Kommunikation und Soziales zuständig ist. «Die Schulpflege war seit Beginn 2018 mit sehr viel Arbeit konfrontiert, oft ist das schwierig mit dem Beruf zu vereinbaren», sagt sie.

Nebst der Definition von neuen Abläufen, der Personalplanung und Budgetberechnung für 2020 wurde ein einheitliches Schulsozialarbeitskonzept erstellt. In den elf Gemeinden wurde die Sozialarbeit für Primar- und Oberstufe zusammengelegt – das vereinfacht die Administration wesentlich.

«Es braucht ein gemeinsames Verständnis»

Und dann ist da das neue IT-System, das zur Vernetzung der vier Schulstandorte (in Reinach sind zwei Oberstufenschulhäuser) nötig wurde. Ein organisatorischer Kraftakt, der die Schulpflege oft an den Anschlag brachte, wie Camadini beim Apéro im Reinacher Saalbau sagte. Immerhin wusste sie in etwa, was sie erwarten würde. Zuvor war sie Vizepräsidentin der Kreisschule Mittleres Wynental.

Und mit diesen Vorbereitungen ist aargauSüd erst eine Schule im formellen Sinn. «Damit die Kreisschule funktioniert, braucht es ein gemeinsames Verständnis und das liegt jetzt an euch», sagte der Kreisschulratspräsident und Beinwiler Ammann Peter Lenzin (70, FDP) zu den im Saalbau versammelten Lehrpersonen. Die Zugehörigkeit zu Homberg, Menziken und Mittleres Wynental sei Vergangenheit.

Auch um einen Seitenhieb nach Gontenschwil kam Lenzin nicht herum: «Ich verstehe den Ärger der Gontenschwiler, auch wegen ihres Schulhauses. Trotzdem wäre es gescheiter gewesen, sie hätten mitgemacht».

«Wind Of Change»

Das Sprichwort heisse nicht umsonst: «Wenn du sie nicht schlagen kannst, verbünde dich mit ihnen.» Gontenschwil hat den Beitritt zur Kreisschule abgelehnt, die Schüler werden trotzdem dort zur Schule gehen.

Passend zur Oberstufe im Veränderungsprozess sang der Jugendchor Menzo Singers das vom Chorleiter angepasste Scorpions-Lied «Wind Of Change». Im neuen Text wird nicht der Moskau entlanggelaufen, sondern der Wyna, und statt im Gorki-Park endet man im Saalbau Reinach.

Der neue Kreisschulleiter Joachim Redondo sieht den Veränderungen positiv entgegen. Es gehöre zum Aufbau und der Gestaltung einer Schule dazu und: «Als Schulleiter ist es nicht entscheidend, wie oft man hinfällt, sondern, wie oft man wieder aufsteht.»

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