Holziken
Es gab Lob statt Rügen für den kostenbewussten Gemeinderat

Mit der Rückweisung des Kindergarten-Geschäfts strebt Holziken man keine billige, sondern eine günstige Lösung an. – Die Heizungsanlage, die war unbestritten.

Peter Weingartner
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Modell des neuen Kindergartens

Modell des neuen Kindergartens

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«Soll uns jemand rügen!», forderte Gemeindeammann Peter Lüscher an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung die 59 (von 900) anwesenden Stimmberechtigten auf. Er hatte eben die Rückweisung des Kindergartenneubau-Projekts mit einem Kreditbegehren von 3,2 Millionen Franken beantragt. Rügen? Der Gemeinderat erntete Lob. Wie kann das Projekt abgespeckt werden? Der Gemeinderat habe mit dem Architekten diskutiert. Sparmöglichkeiten gebe es bei der Dachform: Ein Flachdach ist günstiger als ein Dach mit mehreren Giebeln. Auch bei der Platzierung der Nebenräume und bei der Grösse der Räume (immer noch über den kantonalen Richtwerten) könnten Einsparungen gemacht werden, sagte der Gemeindeammann.

«Durchdachtes Projekt» im Juni

Mit der Rückweisung gaben die Stimmberechtigten dem Gemeinderat auch den Auftrag, auf die Sommergmeind vom 30. Juni ein bereinigtes Projekt vorzulegen. «Der Bürger soll das Projekt sehen können», sagte Lüscher. In der Diskussion wurde die Befürchtung laut, der Gemeinderat könnte nicht nur eine günstige, sondern eine billige Lösung suchen, die sich im Nachhinein als teuer herausstelle. Als Beispiele dafür nannte ein Votant den Kindergarten und das Schulhaus Hueb.

Lüscher versuchte zu beruhigen, machte aber klar, dass am Dach gespart werden könne: Flachdach. Man wolle sicher keinen Schnellschuss landen, vielleicht werde das Dach «zwar flach, aber auch ein wenig schräg». Eine Variante sei auch ein zweigeschossiges Gebäude, bei dem ein Flachdach «weniger schlimm» sei. Lüscher garantierte, dass man in drei Monaten ein «durchdachtes Projekt» präsentieren werde.

Ja zu Holzschnitzelheizung

Unbestritten – eine einzige Gegenstimme und drei Stimmenthaltungen – war ein neuer Wärmeverbund mit Holzschnitzelheizung. In dieser Aktiengesellschaft sind zu gleichen Teilen die Gemeinde Holziken und die Ernst & Cie AG beteiligt. Bei Investitionskosten von 985 000 Franken hat die Gemeinde knapp 550 000 Franken zu leisten. Die Ortsbürgergemeinde hat sich mit 200 000 Franken beteiligt. Der Preis pro Kilowattstunde liege im Moment etwas höher als bei einer Ölheizung. Eine Erweiterung des Verbundes – Kindergartenneubau, Huebschulhaus, Überbauung Areal des bestehenden Kindergartens – würde sich lohnen, sagte Lüscher. Die Kosten pro Kilowattstunde könnten bei diesem möglichen Ausbau um drei Rappen gesenkt werden.

Vorderhand werden mit der neuen Heizung auf Gemeindeseite das Schulhaus Dorf und die Turnhalle geheizt. Man rechnet mit einem Schnitzelbedarf von 600 Kubikmetern. Schnitzelsilo und Heizung kommen an die Turnhalle zu stehen. Die Verträge sind auf 20 Jahre ausgelegt; sollte einer der beiden Partner vorher aussteigen, würde dessen Kapital verfallen. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung nahmen 59 von 900 stimmberechtigten Holziker Einwohnern teil.

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