Unterkulm
Es fehlt nicht mehr viel, bis Unterkulm zur Energiestadt wird

Der Gemeinderat strebt eine zeitgemässe und verantwortungsvolle Energiepolitik. Das heisst konkret eine nachhaltige Reduktion des Energieverbrauches. Bis Ende März 2013 wird eine Zertifizierung mit dem Energiestadt-Label angestrebt.

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Im energiepolitischen Leitbild von Unterkulm ist festgehalten, dass der öffentliche Verkehr gefördert und Fussgänger sowie Velofahrer unterstützt werden sollen.

Im energiepolitischen Leitbild von Unterkulm ist festgehalten, dass der öffentliche Verkehr gefördert und Fussgänger sowie Velofahrer unterstützt werden sollen.

Die Gemeinde Unterkulm arbeitet daran, um sich mit dem Energiestadt-Label zu zertifizieren. Dieses wird vom Trägerverein Energiestadt vergeben. Das Label zeichnet inzwischen über 300 Gemeinden in der ganzen Schweiz aus, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik betreiben. Im Frühling dieses Jahres hat der Gemeinderat eine «ELABEL»-Projektgruppe eingesetzt. Mit einer Expertin und einem Experten des Trägervereins hat diese Gruppe die energetische Situation der Gemeinde analysiert und zugleich Massnahmen geplant, mit denen man Verbesserungen vornehmen könnte. Für das Label müssen 50 Prozent der möglichen Bewertungspunkte erreicht werden. Bei der ersten Abklärung erreichter Unterkulm 30 Prozent. In der Zwischenzeit ist das «Punktebarometer» durch bereits erfolgte Massnahmen auf 42 Prozent gestiegen.

Letzte Woche hat der Gemeinderat nun das «Energieleitbild der Gemeinde Unterkulm» verabschiedet. Diesem liegen als Anhänge ein Gebäudestandard sowie Beschaffungsrichtlinien für die Einkäufe durch die Gemeinde bei.

«Es geht um lokales Handeln»

Die Verabschiedung des Papiers sein ein Meilenstein, teilt die Gemeinde mit. Dies, weil sich der Gemeinderat bewusst ist, dass Energiepolitik nicht nur auf der grossen Politikbühne, sondern eben auch an der Basis, dort wo die Menschen leben, stattfinden muss. «Es geht hier um lokales Handeln», sagt der Gemeinderat. Die Gemeinde wolle einen Beitrag dazu leisten, dass mit Energie haushälterisch und ökologisch umgegangen werde. «Die Energiewende steht uns bevor», sagt Vizeammann Franz Hochstrasser, der Leiter der Projektgruppe ELABEL. Klar sei: Die lokale Unterstützung sei massgebend für den Erfolg.

Und das sind die Aussagen des energiepolitischen Leitbilds:

1.Entwicklung und Raumordnung: Neue Reglemente sollen effizienten und Natur schonen, den Energieverbrauch einbeziehen; Baugesuche sollen sparsamen und ökologischen Energieverbrauch kontrollieren.

2.Kommunale Anlagen und Gebäude: Bei bestehenden, neuen und auch zu sanierenden Gebäuden (wie beispielsweise dem Färberacker-Schulhaus) soll unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Ressourcen der Gemeinde auf nachhaltige Energieverwendung geachtet werden.

3.Versorgung, Entsorgung: Hier geht es darum, den gemeindlichen Energiekonsum zu vermindern, erneuerbare Energien zu fördern und auch öffentlich bekannt zu machen.

4.Mobilität: Mobilität verschlingt rund ein Drittel der gesamten Energie. In ihrem Handlungsbereich soll die Gemeinde den öffentlichen Verkehr (WSB) fördern und den Langsamverkehr (Fussgänger, Velofahrende) unterstützen.

5.Interne Organisation: Einerseits wird der Gemeinderat nach Erreichen des ELABEL eine ständige Energiekommission einsetzen. Diese wird die gestarteten Massnahmen weiterführen, neue Massnahmen vorschlagen und deren Umsetzung kontrollieren. Zudem sollen in der Verwaltung, in den Schulen und im technischen Betrieb gemäss den Beschaffungsrichtlinien ökologisch orientierte Einkäufe getätigt werden.

6.Kommunikation, Kooperation: Die Energiekommission wird die Bevölkerung periodisch über interessante Entwicklungen und auch Erfolge im Energiebereich informieren. Sie wird zudem direkten Kontakt mit Gruppierungen pflegen, welche Interesse an Energiefragen zeigen.

Das Programm sei durchaus ehrgeizig. Man gehe nicht davon aus, dass alles in einem Jahr erfüllt werden könne. Es sei aber von der Überzeugung getragen, dass die Beiträge zu einer Energiewende, die den Namen verdient, eine Daueraufgabe darstellt. Dieser will sich der Gemeinderat stellen.

Bis im März des nächsten Jahres wird die Arbeit der Projektgruppe ELABEL abgeschlossen sein. Ziel ist, dass das «Barometer» auf 55 Prozent steigt; hier ist eine kleine Sicherheitsmarge eingeplant.

Anschliessend wird die Gemeinde dem Trägerverein Energiestadt das Dossier einreichen. «Wenn wir erfolgreich sind, davon gehen wir aus, wird Unterkulm Ende Mai 2013 das Energiestadt-Label erreichen», sagt Vizeammann Hochstrasser.

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