Schöftland
Erstmals Gesamtsumme beantragt: Gemeinderat will deutlich mehr Entschädigung

Nebst der Erhöhung der Gemeinderatsentschädigung wird der Gmeind auch ein neues Entschädigungsverfahren unterbreitet.

Flurina Dünki
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Gemeinderat Schöftland will deutlich mehr Entschädigung.

Gemeinderat Schöftland will deutlich mehr Entschädigung.

Peter Weingartner

Die Stimmbürger von Schöftland werden an der Gmeind am 30. Juni mit einem Novum konfrontiert. Hinsichtlich der Gemeinderatsbesoldung für die Amtsperiode 2018 bis 2021 wird der 4244-Einwohner-Gemeinde erstmals eine Gesamtsumme beantragt. Sie beträgt 158 000 Franken und besteht aus Besoldung sowie Entschädigungen für Sitzungen und Spesen. Die Aufteilung regelt der Gemeinderat unter sich.

Bisher habe die Besoldung aus einer fixen Entschädigung, Pauschalspesen und zusätzlich anfallenden Spesen bestanden, sagt Gemeindeammann Rolf Buchser. Die Spesen, etwa für Sitzungen und Fahrten, würden aber sehr stark variieren. Je nach Ressort und geografischem Aufgabengebiet habe es grosse Unterschiede gegeben. Gemeinderat und Finanzkommission seien deshalb der Ansicht, dass durch eine Gesamtsumme besser budgetiert werden könne. Jeweils Ende Jahr werde der Gemeinderat seine Ausgaben für Sitzungen, Verhandlungen und Spesen betrachten und diese ausgleichen. «Wird dabei festgestellt, dass jemand wesentlich mehr oder weniger Ausgaben hatte als einberechnet, kann für das folgende Jahr eine Korrektur gemacht werden», so Buchser. Die Aufteilung der Pauschalsumme auf Ammann, Vizeammann und Gemeinderäte wurde innerhalb des Gremiums schon vorgenommen, wie Buchser sagt. «Wir sind davon ausgegangen, dass die interne Verteilung nicht im öffentlichen Interesse ist, wollen aber daraus kein Geheimnis machen und werden die Verteilung an der Gemeindeversammlung auf Anfrage auch offenlegen.»

Von Vereinigung empfohlen

In ihren Empfehlungen für Gemeinderatsentschädigungen bezeichnet die Aargauer Gemeindeammännervereinigung die Variante der Gesamtsumme als «flexibelste Lösung». In der Praxis sind individuelle Entschädigungen jedoch immer noch der Regelfall. In der Umgebung hat einzig Unterentfelden für die Amtsperiode 2014 bis 2017 eine Gesamtentschädigungssumme beschlossen. Die Verteilung auf die Gemeinderäte erfolgt dort anhand der effektiv geleisteten Stunden. Ein ähnliches Konzept will auch Schafisheim am 23. Juni der Gmeind beantragen. Aus dem beantragten Gesamtbetrag erhalten die Gemeinderäte festgelegte Pauschalentschädigungen, die übrige Gemeinderatstätigkeit wird nach Stundenlohn abgerechnet.

Doch um wie viel höher fällt nun die Besoldung in Schöftland aus? In den Erläuterungen zur Gemeindeversammlung werden die bisherigen Entschädigungen zur Veranschaulichung zusammengerechnet: Sie beliefen sich auf 29 000 Franken (Ammann), 18 500 Franken (Vizeammann) und 15 000 Franken (Gemeinderäte). Rechnet man diese und die Gelder für Spesen und Sitzungen zusammen, so ergibt das eine Jahressumme von rund 116 000 Franken.

Aufwand als Zentrumsgemeinde

Die beantragte Erhöhung beträgt folglich rund 36 Prozent. «Nach dieser Erhöhung werden etwa zwei Drittel des effektiven Aufwandes eines Gemeinderats entschädigt, während bis heute nur etwa die Hälfte entschädigt wird», so Buchser. Die Gemeinderäte würden also neu zu einem Drittel ehrenamtlich arbeiten.

Die Funktion als ländliche Zentrumsgemeinde mit vielen regionalen Aufgaben bedeute einen Mehraufwand für die Schöftler Gemeinderäte. Viele Gemeinderäte würden in der heutigen Zeit deshalb nach kurzem wieder abtreten. Einerseits sind sie mit mehr Arbeit konfrontiert, andererseits ist das Amt des Gemeinderats anspruchsvoller geworden, wodurch sich höhere Entschädigungen aufdrängen», sagt der Ammann. Beim Ansatz der Erhöhung habe sich Schöftland ziemlich exakt an den Vorschlag der Gemeindeammännervereinigung von 2016 gehalten. «Ich glaube, dass man in Schöftland die Arbeit des Gemeinderats schätzt und sich bewusst ist, dass diese höher entschädigt werden muss.»

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