Konsumweg heisst ein schmales Strässchen in Kölliken, das beim «Moto Leu» (dem ehemaligen Verkaufslokal des Konsumvereins) Parzellen im Gebiet «Wallenmatten» erschliessen soll. Doch das geht nicht einfach so. Bis heute ist der Konsumweg nämlich eine nicht «ausparzellierte» Privatstrasse.

Das heisst, dass sie über verschiedene private Grundstücke führt, für die es verschiedenste Weg- und Fahrrechte gibt. Das ist für die Erschliessung von bebaubaren Grundstücken im Westen der «Wallermatten» ennet des Köllikerbachs ein unhaltbarer Zustand. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat im Juli 2015 ein Aarauer Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung einer Teiländerung des rechtsgültigen Erschliessungsplanes Wallenmatten beauftragt.

Mit den nun vorliegenden Plänen möchte der Gemeinderat eine Grundlage für die Erschliessung aller Grundstücke sicherstellen. «Der Weg soll Privatstrasse bleiben», sagt Marcel Graf, ab Juli Nachfolger von Robert Glanzmann als Bauverwalter, «er soll jedoch zu einer Parzelle mit identischen Rechten werden.» Für Graf gleicht die geplante Rechtsform und -sicherheit jener des Stockwerkeigentums.

Sichtzone wird kleiner

Nicht nur eigentums-, auch baurechtlich sind Veränderungen geplant. Dies beginnt bei der Sichtzone für die Einmündung in die Kantonsstrasse. Für die betroffenen Eigentümer im positiven Sinn: Gegenüber dem rechtsgültigen Überbauungsplan kann sie von 75 auf 60 Meter reduziert werden. Und die vier Meter Strassenbreite bleiben. «Ein Kreuzen zweier Personenwagen im Schritttempo ist möglich», steht im Planungsbericht.

Da das Quartier aber auch mit Lastwagen befahrbar sein muss, ist ein Wendeplatz vorgesehen. Auf der betroffenen Parzelle stehe sowieso der Abbruch eines Gebäudes bevor, begründet der Planer die Standortwahl. Privatstrasse? Wie steht es da um den Winterdienst? «Der ist gewährleistet», sagt Graf. «Aufgrund der strassenräumlichen Gegebenheiten ist es jedoch auch in Zukunft nicht möglich, den Konsumweg mit dem Kehrichtwagen zu befahren.» Die Bewohnerinnen und Bewohner der «Wallenmatten» müssen aus diesem Grund ihren Güsel weiterhin zur Kantonsstrasse tragen.

«Angeregte Diskussion»

Die Vorstellungen der Planer und letztlich seine eigenen präsentierte der Gemeinderat in einem ersten Schritt den betroffenen Grundeigentümern. Wie war das Echo? Marcel Graf ist diplomatisch: «Es gab eine angeregte Diskussion.» Die wird nun weitergeführt, indem die Teiländerung des Erschliessungsplans in ein Mitwirkungsverfahren übergeht. Das ist eine Art Vernehmlassung, in die sich Direktbetroffene, aber auch andere Köllikerinnen und Kölliker mit ihren Ideen und Vorstellungen einbringen dürfen.

Den einen oder anderen Vorschlag aus der Vernehmlassung kann der Kölliker Gemeinderat in die Planung aufnehmen und diese anschliessend den kantonalen Instanzen zur Vorprüfung unterbreiten. Dann folgt die amtliche Publikation mit der Möglichkeit von Einwendungen und dem ganzen Kanon der rechtlichen Schritte, welche im Einzelfall das Bundesgericht erreichen können.