Seit eineinhalb Jahren läuft im Wynental das Projekt «Verwenden statt verschwenden» – zuerst in Oberkulm und seit letztem November offiziell in Unterkulm. Initiantin Rosmarie Hochuli und ihr kleines Team wollen damit gegen Foodwaste kämpfen und gleichzeitig Personen mit schmalem Budget entlasten. Das Team holt einmal wöchentlich in verschiedenen Läden im Wynen- und Seetal einwandfreie Lebensmittel ab, die sonst weggeworfen würden. Gleichentags werden die Esswaren im Pavillon der Reformierten Kirchgemeinde Unterkulm ausgegeben.

Die Gemeinden Unterkulm und Oberkulm sowie der Sozialdienst des Bezirks Kulm unterstützen das Projekt, indem sie Berechtigte anschreiben und Karten ausgeben, die zum Bezug der Lebensmittel ermächtigen. Auch Rosmarie Hochuli gibt solche Karten aus. Gegen einen symbolischen Unkostenbeitrag können die Berechtigten Brote, Gebäck, Salat, Früchte, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch beziehen.

Das Projekt laufe gut, sagt Rosmarie Hochuli. So gut, dass sie an ihre Kapazitätsgrenzen stösst. Aus diesem Grund sucht Hochuli nun nach weiteren Freiwilligen, die jeweils am Freitagmorgen die Lebensmittel bei den Detailhändlern abholen oder am Nachmittag bei der Ausgabe helfen.

Rosmarie Hochuli ist es auch ein Anliegen, ihr Projekt bekannter zu machen. «Es kommen immer neue Kunden, aber viele, die dazu berechtigt wären, wissen gar nichts von unserem Angebot», sagt die Initiantin. Berechtigt zum Bezug der Esswaren sind Sozialhilfe- oder AHV-Empfänger, aber auch Leute, die mit einem knappen Budget zu kämpfen haben. «Wichtige Bezüger wären auch Familien oder Einzelpersonen, die finanzielle Schwierigkeiten haben, aber ohne Sozialhilfe auskommen möchten», sagt Hochuli. Auch von Altersarmut betroffene Senioren will sie besser ins Projekt einbeziehen. «Sie sind oftmals nicht mehr gut zu Fuss. Mir schwebt deshalb ein Bringdienst ähnlich der Mahlzeitenausgabe vor.» Doch dazu brauche sie mehr freiwillige Helfer. Interessierte können sich direkt bei Rosmarie Hochuli melden (062 776 53 40). (LHU/NRO)