47 Seiten lang ist die Diplomarbeit. 47 Seiten, die auch der Gemeinde Schmiedrued-Walde von Nutzen sind. 47 Seiten, die ohne die Mithilfe der Bevölkerung nicht hätten realisiert werden können. 28,7 Prozent der an die Haushalte verschickten Fragebogen kamen ausgefüllt zurück.

«Aufgrund dieser Resonanz kann die Auswertung als repräsentativ erachtet werden», sagt Jonas Weber. Dafür sei wohl nicht zuletzt auch der ausgeschriebene Wettbewerb verantwortlich gewesen.

Weber ist seit Mai 2011 Gemeindeschreiber von Schmiedrued-Walde. Mit der Imageanalyse zur Gemeinde schliesst er die Ausbildung CAS Öffentliches Gemeinwesen Management an der Fachhochschule Nordwestschweiz ab.

«Für mich persönlich war es wichtig, meinem Arbeitgeber, als Dank für die Möglichkeit diese Weiterbildung besuchen zu können, mit dem Ergebnis aus der Diplomarbeit etwas zurückzugeben», begründet er seine Themenwahl. «So erhält die Gemeinde einen direkten Nutzen und kann von der Arbeit profitieren.»

Zufrieden mit Lebensqualität

Webers Ziel war es, mittels einer Imageanalyse die Wahrnehmung der Bevölkerung gegenüber der Verwaltung sowie die Kundenzufriedenheit zu analysieren. Die Auswertung der Antworten und die Darstellung der Ergebnisse nahmen jedoch viel Zeit in Anspruch: «Ich habe wahrscheinlich einiges mehr als 100 Stunden in diese Arbeit investiert.»

Der erste Punkt im Fragebogen konnte ziemlich schnell beantwortet werden. Es zeigte sich, dass die Schmiedrueder und Schmiedruederinnen gerne in ihrer Gemeinde wohnen und zufrieden sind mit der Lebensqualität.

Jonas Weber selbst wohnt aber nicht in jener Gemeinde, in der er arbeitet. «Ich arbeite sehr gerne in dieser Gemeinde, und obwohl ich nicht hier wohne, fühle ich mich hier zu Hause», sagt der 30-Jährige, der in Suhr wohnt. Die Gemeinde im Ruedertal sei zu seiner zweiten Heimat geworden.

Kompetente Verwaltung

Die Diplomarbeit zeigt eines deutlich: Die Gemeindeverwaltung wird kundenorientiert, freundlich und kompetent wahrgenommen. Weber freut sich, dass die Mitarbeiter der Gemeindekanzlei trotz ihrer eher geringen Berufserfahrung in ihrem Bereich, nicht als weniger kompetent als die anderen Abteilungen bewertet wurden.

Denn: «Das Team auf der Kanzlei hat zwar Verwaltungserfahrung, aber jeder ist erst seit ungefähr zwei Jahren in seiner Position tätig.»

Öffnungszeiten ein Dorn im Auge

Doch auch die Öffnungszeiten der Verwaltung wurden unter die Lupe genommen. Rund 20 Prozent zeigen sich mit diesen nicht einverstanden. Weber verweist auf die Möglichkeit, individuelle Termine zu vereinbaren. «Wir arbeiten nicht nur zu diesen Zeiten und sind sehr flexibel.»

71 Prozent sprechen sich für einen Ausbau des Onlineschalters aus. Dies zieht laut Weber Mehrkosten mit sich, die zuerst geprüft werden müssen. Momentan überprüft eine externe Firma die komplette Überarbeitung der Homepage.

Ein weiterer Punkt in der Diplomarbeit war der Standort des Gemeindehauses. Dieses befindet sich momentan in einem ehemaligen Schulhaus im Dorfteil Schmiedrued. Laut Weber ist es grössenmässig überdimensioniert und schlecht genutzt.

Der Gemeinderat beschäftigt sich mit einer Verbesserung des Gemeindehaus-Gebäudes. Die Auswertung zeigte, dass sich gut die Hälfte (52 Prozent) der Einwohner einen Standortwechsel vorstellen könnte.

Diese und weitere Antworten liegen nun der Gemeinde vor. Sie kann daraus Massnahmen ergreifen und sich verbessern. «Die Verwaltungs-Mitarbeitenden haben ein gutes Zeugnis bekommen, aber es gibt immer Luft nach oben», sagt Gemeindeammann Thomas Häfliger.

Ziel wäre es, in fünf Jahren denselben Fragebogen nochmals von der Bevölkerung ausfüllen zu lassen, um so die Entwicklungen zu analysieren. Denn Jonas Weber will seine Verwaltung stetig verbessern: «Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb für die Bevölkerung und keine klischeehafte Verwaltung.»