Reinach
Er lässt im Dorf seit 25 Jahren schöne Spuren zurück

Peter Züsli ist Werkdienstleiter in Reinach. Schon seit 25 Jahren sorgt der gelernte Tiefbauzeichner für ein gepflegtes Ortsbild. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, Probleme gleich auf der Strasse im Gespräch zu bereinigen.

Peter Siegrist
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Peter Züsli auf dem Cityplatz, dessen Gestaltung auf seinem Reissbrettentstanden ist.

Peter Züsli auf dem Cityplatz, dessen Gestaltung auf seinem Reissbrettentstanden ist.

Peter Siegrist

Als Peter Züsli 1988 von einer privaten Baufirma zur Gemeinde Reinach wechselte, trat er die Nachfolge von Strassenmeister Rudolf Anliker an. Der Neue wurde Leiter des Bauamtes mit zehn Mitarbeitern. Die Funktion Strassenmeister war schon damals zu eng gefasst und genügt heute gar nicht mehr, wie ein Blick auf das breit gefächerte Pflichtenheft zeigt.

Die Reinacher kennen Peter Züsli. Immer, wenn irgendwo ein Trupp von Bauamtsmitarbeitern auftaucht und Reinigungs- oder Unterhaltsarbeiten ausführt, wenn im verschneiten Dorf die Schneepflüge unterwegs sind, dann ist Züsli in der Nähe.

Orangefarbenes Warngilet, Telefon im Gurt, so kennt man Züsli. «Er ist äusserst gewissenhaft, gradlinig», sagt ein Mitglied der Bauverwaltung, «er behandelt alle gleich und ist fair mit seinen Mitarbeitern.»

«Stimmt, sagt Züsli, ich bemühe mich, alle gleich zu behandeln». Der Werkdienst sei immer im Schussfeld, da komme es wiederholt vor, dass Einwohner harsch reagierten, wenn sie sich etwa bei der Schneeräumung benachteiligt fühlten. Solche Probleme bereinige er im Gespräch.

So bekam auch einst eine Hundehalterin Besuch von Züsli. Sie hatte den Hundekot liegen lassen und dem Bauamtsarbeiter, der sie darauf hinwies, ins Gesicht sagte, dafür sei er zuständig, sie zahle Hundesteuern. «Mit solchen Leuten zu reden, ist immer besser, als die Faust im Sack zu machen.»

Von Weg zur Professionalität

Der Weg vom Strassendienst zum Werkdienst ist auch ein Weg hin zu einem immer professioneller organisierten Betrieb. «Wir sind heute zwei Mann weniger als 1988, haben dennoch viel mehr Aufgaben zu erledigen.» Dies sei dank des heutigen modernen Fahrzeug- und Maschinenparks möglich.

Während der letzten Jahre hat Züsli für den Werkdienst fast ausschliesslich Berufsleute eingestellt. «Im Team haben wir heute Maurer, Maler, Schlosser, Gärtner, Landwirte, Betriebspraktiker.» Die Mitarbeiter würden sehr vielseitig eingesetzt, nur rund ein Fünftel ihrer Zeit auf dem ursprünglichen Beruf. «Im Übrigen sind sie Allrounder.»

Genügend Raum zum Gestalten

Peter Züsli hat einst Tiefbauzeichner gelernt. Als Zweitausbildung absolvierte er eine Maurerlehre und bildete sich anschliessend noch zum eidg. dipl. Strassenbau-Polier weiter. In dieser Funktion arbeitete er vor seiner Rückkehr nach Reinach.

An der Stelle in Reinach habe ihn die Vielseitigkeit des Pflichtenheftes gereizt. Planen, organisieren, Personalführung, Kontakt mit Behörden und Einwohnern, etwas Besseres könne er sich gar nicht vorstellen.

Das Sahnehäubchen bei seiner Arbeit sei der grosse Gestaltungsraum, den er in Reinach habe. Wenn Züsli einen Platz, eine kleine Parkanlage selber planen, zeichnen und realisieren kann, dann ist er erst recht in seinem Element. «Dann spielen Zeit und Aufwand – auch nach dem Feierabend – keine Rolle». So verdanken die Reinacher Peter Züsli etwa den City-Platz vor der Valiant-Bank, die Umgebung des Gemeindehauses mit der Pflästerung, die Ortseingangstafel mit den Blumenrabatten oder die Urnenmauer im Friedhof.

«Dass mir die Behörde freie Hand lässt, schätze ich», sagt Züsli. Die Schönheit des Dorfes liege ihm am Herzen, da bringe er gern mit seinem Team zusammen den vollen Einsatz.