Fussball
Er ist der Schöftler Scharfschütze – und das ganz ohne Feind

Der 21-jährige Stürmer Basil Gmür vom SC Schöftland wird am Freitag in Baden als Zweitliga-Topskorer der Saison 2015/16 ausgezeichnet.

Ruedi Burkart
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Basil Gmür ist der beste Torschütze der vergangenen Saison.

Basil Gmür ist der beste Torschütze der vergangenen Saison.

Otto Lüscher

Die az Aargauer Zeitung erreicht Basil Gmür am Handy. Der Fussballer des SC Schöftland absolviert momentan die Rekrutenschule in einer Übermittlungstruppe und befindet sich Mitten in der Durchhalteübung, als das Hosentaschentelefon klingelt. «Wir sind in Chur und beobachten eine Strasse», verrät Soldat Gmür und lacht, «aber momentan ist es ruhig. Kein Feind in Sicht.»

Der letztjährige Topskorer der regionalen 2. Liga wirkt entspannt vor der Ehrung anlässlich der Gala des Aargauischen Fussballverbands (AFV) im Trafo Baden vom kommenden Freitag. «Ich freue mich auf den Abend», sagt der 21-jährige gebürtige Schöftler. Wichtig: Den verlängerten Wochenend-Urlaub habe er von seinem Kommandanten schon vor einiger Zeit zugesichert erhalten.

«Ich kann in Baden dabei sein», freut er sich. Natürlich wird Gmür nicht in der Armee-Uniform auf die Bühne schreiten und den Pokal übernehmen. «Nein, nein, wo denken Sie hin. Ich habe mir extra für diesen Abend einen neuen Anzug besorgt. Etwas Schlichtes», fügt er lachend an, «keine extravaganten Sachen.» Man darf gespannt sein.

27 Treffer zum Aufstieg

Dass Gmür in drei Tagen im Trafo Baden eine Auszeichnung erhält, ist seinen 27 Meisterschaftstreffern für den SC Schöftland in der Saison 2015/16 geschuldet. Der Stürmer erzielte damit am meisten Tore aller Aargauer Fussballer in der regionalen 2. Liga. Vier Treffer mehr als Altin Gashi von den Eagles Aarau und sechs mehr als Kürsat Kiybar vom FC Gränichen.

«Ich empfinde es als grosse Ehre, eine so wichtige Auszeichnung erhalten zu dürfen», sagt Gmür. Wer ihm den Topskorer-Pokal übergeben wird, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Hannes Hurter, AFV-Geschäftsführer: «Wir verraten nichts. Es soll eine Überraschung sein.» Vor vier Jahren übergab Fussball-Legende Köbi Kuhn den Pokal, letztes Jahr war es der frühere Bundesliga-Profi Mario Eggimann.

Gmürs Treffer in der vergangenen Saison hatten einen angenehmen Nebeneffekt. Nur ein Jahr nach dem bitteren Abstieg schaffte er mit seinem Stammklub Schöftland die direkte Rückkehr in die interregionale 2. Liga. Dort hält sich das Team von Trainer Jürg Widmer wacker und liegt nach der Vorrunde mit 21 Punkten aus 13 Partien im vorderen Mittelfeld.

«Mir fehlt die Spritzigkeit»

Natürlich fällt einem das Toreschiessen eine Stufe höher nicht mehr ganz so leicht. Und wenn man wie Basil Gmür auch noch während der Saison den Dienst am Vaterland leisten muss und so die Woche hindurch nicht mit der Mannschaft trainieren kann, macht dies die Sache auch nicht einfacher. Basil Gmür: «In den Spielen fehlte mir zuweilen die Spritzigkeit.» So gesehen darf der Schöftler mit seinen aktuell acht Toren in der laufenden Meisterschaft zufrieden sein.

Nicht unglücklich ist Gmür auch über die Tatsache, dass er bald die Militärsachen in die Ecke stellen und ein Betriebswirtschafts-Studium aufnehmen kann. Ende kommender Woche ist die Rekrutenschule vorbei.

Dann kann er sich wieder dem Fussball widmen und mit seinen Teamkollegen die Vorbereitung für die Rückrunde in Angriff nehmen. «Wir haben den Grundstein für den angestrebten Ligaerhalt gelegt. Gewonnen ist aber noch gar nichts», sagt und lässt den Journalisten wissen, dass in Chur immer noch kein Feind in Sicht ist.

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