Menziken

Er ist ägyptischer General an der grössten Open-Air-Oper der Deutschschweiz

Peter Weber vor der Seebühne in Pfäffikon, wo er seinen ersten Auftritt als Statist in einer Oper haben wird.

Peter Weber vor der Seebühne in Pfäffikon, wo er seinen ersten Auftritt als Statist in einer Oper haben wird.

Peter Weber aus Menziken ist Statist bei der grössten Open-Air-Oper der Deutschschweiz in Pfäffikon. Durch eine Radiosendung ist er zu seiner Rolle gekommen, jetzt spielt er auf der imposanten Bühne einen ägyptischen General.

Imposant. Damit lässt sich die Kulisse in Pfäffikon ZH wohl am treffendsten beschreiben. In der Mitte der Bühne, die direkt am Seeufer gebaut ist, thront ein grosser, goldener Pharao-Kopf.

Flankiert wird dieser von je drei mit Hieroglyphen verzierten Säulen. Das Bühnenbild wird von der tief stehenden Abendsonne in gleissendes Gegenlicht getaucht, das den vereinzelten Zuschauern, die sich auf der grossen Tribüne eingefunden haben, direkt ins Gesicht scheint.

Auf der Bühne läuft die dritte Probe für die Open-Air-Oper «Aida». Der Chor probt unter der Leitung von Regisseur Pier Francesco Maestrini. In der vordersten Tribünenreihe sitzt Peter Weber.

Der 61-jährige Menziker ist jedoch nicht als Zuschauer in Pfäffikon. Weber versucht sich zum ersten Mal als Statist und spielt dabei einen ägyptischen General. Noch muss er auf seinen Einsatz warten.

«Zum Glück muss ich nicht singen»

Im vergangenen November war Weber über eine Radiosendung darauf aufmerksam geworden, dass für die «Aida»-Aufführung in Pfäffikon Statisten gesucht werden. Der Klassik-Liebhaber, der gerne Opern von Beethoven und Verdi hört, witterte seine Chance.

«Ich wollte einmal hinter die Kulissen einer solchen Produktion blicken», sagt er. Spontan bewarb er sich und wurde kurz darauf zu einem Fotoshooting eingeladen. Peter Weber wurde als einer von 40 Statisten ausgewählt, die an der grössten Open-Air-Oper der Deutschschweiz mitwirken dürfen.

Was er auf der Bühne genau machen muss, weiss er noch nicht. Klar ist lediglich, dass er weder singen noch sprechen muss. «Zum Glück, denn wenn ich singen würde, wäre die Tribüne schnell leer. Ich singe nur in der Badewanne», meint er lachend.

Nun sind die Statisten an der Reihe. Auf der Bühne werden sie ausgerüstet. General Weber erhält einen Bogen und einen Köcher mit Pfeilen. Nach einer kurzen Erklärung des Regisseurs geht es los.

Die Statisten üben den Einmarsch. Gar nicht so einfach im Takt der Musik, aber nach drei Durchgängen sitzt er. Vom Chor, der mittlerweile auf der Tribüne Platz genommen hat, gibt es einen kurzen Szenenapplaus. Ein kleiner Vorgeschmack auf die erste Vorführung am 9. August.

Kein Lampenfieber

Dann allerdings wird die Tribüne voller Besucher sein. Nervös ist Kundenberater Weber deswegen aber nicht. «Ich bin es mir dank meinem Beruf gewohnt, vor fremden Leuten und in unbekannten Situationen zu agieren.

Lampenfieber habe ich daher nicht, aber die Vorfreude ist umso grösser», so Weber, der zuletzt vor rund 50 Jahren bei einem Schultheater auf der Bühne gestanden hat. Selbst die Präsenz von Opernstar Noëmi Nadelmann, die in Pfäffikon die Titelrolle der Aida besetzt, bringt Weber nicht aus der Ruhe.

«Ich habe sie bereits kennen gelernt und einige Worte mit ihr gewechselt. Ich sagte ihr, dass ich eine Reportage über sie gelesen habe, als ich bei der Fusspflege war. Darüber musste sie laut lachen», sagt Weber. Von Nadelmanns Qualitäten als Sängerin und Schauspielerin ist Weber tief beeindruckt.

Auch wenn er selbst keine Sprechrolle hat, bereitet er sich seriös auf seinen Auftritt vor. Er hat sich verschiedene «Aida»-Aufführungen auf Video angesehen und dabei genau darauf geachtet, was die Statisten jeweils getan haben. Peter Weber ist also gut gerüstet für seinen Einsatz als General auf der Seebühne in Pfäffikon.

Meistgesehen

Artboard 1