Noch bis letzte Woche klaffte auf der Website von Staffelbach ein weisses Loch an der Stelle, wo das Bild von Marc Hochuli sein sollte. Erst jetzt hat er Zeit gefunden, sich darum zu kümmern. Es war ihm wichtiger, sich in alle Projekte einzuarbeiten. Seit dem letzten Dezember ist er der neue Gemeindeschreiber in Staffelbach. Damit übernahm er die Arbeit von Marco Landert.

Doch die Arbeit in Staffelbach ist für den bald 27-Jährigen aus Reitnau nichts Neues. Die Verantwortung, die er nun hat, die ist neu. Hochuli kennt die Gemeinde wie seine Westentasche.

Erstens, weil er in Staffelbach mit Bruder und Schwester aufgewachsen ist und dort zur Schule ging. Zweitens, weil er auf der Gemeinde seine Lehre absolviert hatte.

Er kennt das Befinden und die Sorgen der Staffelbacher. Und genau das schätzt er an seinem neuen Beruf: «Ich weiss, was im Dorf läuft. Mein Job ist die Drehscheibe zwischen der Bevölkerung und der öffentlichen Hand.» Doch er sieht als Gemeindeschreiber beide Seiten der Medaille: «Wenn man die Leute persönlich kennt, kann die Trennung zwischen Privatem und Beruflichem schwierig werden. Bis jetzt habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.»

Ein eigenes Büro mit viel Platz

Nicht selten werde er auf sein Alter angesprochen, doch das bringt ihn nicht aus der Ruhe. «Es heisst nirgends, dass man erst im Alter das Wissen und die Erfahrung hat, um diesen Job ausführen zu können», sagt er dazu. Bereits als er seine Lehre auf der Gemeinde machte, hatte er daran gedacht, wie es wohl wäre als Gemeindeschreiber von Staffelbach – seiner Heimat – zu arbeiten.

Doch dieser Traum blieb ihm vorerst verwehrt. Er ging ein Jahr ins Militär, arbeitete bei einer Autofirma im Einkauf für Ersatzteile, bei einer Treuhandfirma und als Finanzverwalter sowie als Gemeindeschreiber in Besenbüren im Freiamt.

Die Arbeit macht ihn glücklich

Als Gemeindeschreiber von Staffelbach hat er nun ein eigenes Büro mit viel Platz. «Das Büro ist geradezu luxuriös», sagt er. Doch noch wirkt es ziemlich kahl. Eine kleine weisse Orchidee schmückt neben den Adressstempeln und den Unterlagen den Schreibtisch. Das meiste habe er von seinem Vorgänger übernommen, denn momentan sei es wichtiger, sich einzuarbeiten. Er werde erst etwas verändern, wenn es nötig wird. Nur das Bild der Londoner Tower Bridge hängt neu an der Wand. Einerseits, um ein wenig in Träumen zu schwelgen, hauptsächlich aber, weil «es zu Hause keinen Platz mehr hatte».

Für seine Arbeit steckt er auch mal seine Freizeit zurück. Denn der Job gebe ihm viel Zufriedenheit und Glück, «dann spielt es auch keine Rolle, wenn man mal länger arbeitet.» Ein wichtiges Projekt ist nun die Umsetzung eines verursachergerechten Abfallreglements. «Man sollte für das bezahlen müssen, was man entsorgt», sagt Hochuli.

Und wenn ihn die Arbeit einmal loslässt, geht er joggen an der Suhre, schwimmen im Sommer, Ski fahren im Winter. «Ich brauche den Sport als Ausgleich zu meiner Arbeit», sagt Hochuli.