Bottenwil

Endo Anaconda erzählt Privates: Drei Kinder von drei verschiedenen Frauen

Überzeugt in Bottenwil nicht als Sänger, sondern als Autor: Der Berner Künstler Endo Anaconda. Kaspar Flückiger

Überzeugt in Bottenwil nicht als Sänger, sondern als Autor: Der Berner Künstler Endo Anaconda. Kaspar Flückiger

Die Kultursaison im Bottenwiler «Fabrikli» begann fulminant: Endo Anaconda, bekannt als Sänger von «Stiller Has», las aus seinen Kolumnen. Rund 50 Zuhörende erhielten zuweilen ganz privaten Einblick in die Welt des Berners.

Endo Anaconda kann ein Kochrezept vorlesen und die Leute lachen. Dies bewies er am Donnerstag bei seiner Lesung im «Fabrikli» in Bottenwil. Der Berner Künstler ist ein Unikum. Seine unverwechselbare Bühnenpräsenz funktioniert aber nicht nur als Sänger von «Stiller Has», sondern auch bei einer ganz profanen Lesung. Der Berner Künstler mit seiner ihm eigenen Mimik und Gestik war auch ohne Musiker in der Lage, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Tiefe Einblicke ins Innenleben

Endo Anaconda las aus seinem Buch «Walterfahren». Dieses umfasst seine Kolumen aus den Jahren 2007 bis 2010. Die Texte lassen zuweilen tief ins Innenleben des Künstlers Blicken. Sei es, wenn er in Bern spätabends in eine Goa-Party gerät oder bei einer wilden Autofahrt durch Kärnten und auch, wenn er in der Altstadt Giacomo Casanova begegnet, wo ihm der Frauenheld im Gespräch gesteht, nie einen Orgasmus gehabt zu haben.

Anacondas Geschichten haben zwar viel mit ihm selber zu tun, jedoch setzen sie uns allen einen Spiegel vor, sodass wir uns darin wiedererkennen. Das ist eine der grossen Stärken von Anacondas Texten. Der unterhaltsame Abend in Bottenwil zeigte aber auch die einsame und verletzliche Seite des Künstlers, der erstaunlich viel Privates ungeschönt preisgab. Drei Kinder von drei verschiedenen Frauen hat der Berner und er erzählt offen Episoden von seinen Kindern. «Such dir doch ein anderes Kind!», hat er sich jüngst anhören müssen.

Für das «Fabrikli» war Anacondas Lesung ein gelungener Start ins neue Kulturjahr. «Dass Endo Anaconda heute hier ist, das ist für uns ein Traum», sagte Vereinspräsident Martial Schweizer. «Für eine Lesung waren die rund fünfzig Zuhörer für unsere Verhältnisse eine überdurchschnittlich grosse Zahl», so Schweizer weiter.

Neue CD heisst «Böses Alter»

Wer den gelungenen Auftritt von Endo Anaconda im Fabrikli in Bottenwil verpasst hat, kann heute Samstag nach Lohn-Ammannsegg reisen. Endo liest um 20.15 Uhr im Atelier Bovet. Die Freunde seiner Musik dürfen sich auf den 24. März freuen, dann wird die neue CD «Böses Alter» von «Stiller Has» im Bierhübeli in Bern getauft

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