Reinach
Ella Bella, Heidi Klum und die Tücken des Model-Daseins

Acht Mädchen der Bez wollen mit ihrem Theaterstück am aargauischen Schultheatertreffen überzeugen. Sie haben ihre Rollen selbst bestimmt. Darin zu bleiben und nicht plötzlich sich selbst zu spielen, ist gar nicht so einfach.

Sibylle Haltiner
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Theaterstück Bez Reinach
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Antonia Riz gibt Regieanweisungen.
Die Vorstellungen von Schönheit sind bei Mädchen ein wichtiges Thema.

Theaterstück Bez Reinach

Sibylle Haltiner

Ella Bella möchte zu Heidi Klum. Sie will ihren Wettbewerbsgewinn, eine Reise in die USA, dazu benutzen, diesen Traum zu verwirklichen. Tatjana Gerber hingegen ist Model, hat den ganzen Zirkus und den Stress satt und möchte nichts anderes als aussteigen. Auch ihr soll die Reise helfen, ihren Plan umzusetzen.

Das Schultheater der Bezirksschule Reinach trägt den Titel «Die Wettbewerbsreise» und verspricht im Untertitel spannende Begegnungen: «Eine Geschichte über unbekannte Reisegefährtinnen».

Das Theaterstück, welches Regisseurin Antonia Riz ihren Schülerinnen auf den Leib geschrieben hat, beinhaltet viele unerwartete Wendungen. Hinter den Wettbewerbsgewinnerinnen, welche die Reise gemeinsam antreten, steckt mehr, als die Zuschauer am Anfang vermuten. Welcher Profession geht Josephine Dupain wohl nach? Ist Lucy Johnson tatsächlich Journalistin und was hat es mit der unfähigen Reiseleiterin auf sich?

Theaterspielen

Die acht Schülerinnen, die bei Antonia Riz seit bald einem Jahr das Freifach «Theater» belegen, führen ihr Stück am Montag- und Mittwochabend im Theater am Bahnhof (TaB) auf und probten am Sonntag intensiv auf der Bühne. Am 18. Mai nimmt die Gruppe am aargauischen Schultheatertreffen in Aarau teil.

Die Charaktere ihrer Figuren durften die Schülerinnen selbst zusammenstellen, Antonia Riz hat aufgrund dieser Vorgaben den Text geschrieben. Julia Himmel, Albijona Spahija und Tabea Bolliger haben sich Persönlichkeiten ausgedacht, die nicht ihrem eigenen Naturell entsprechen. «Ich wollte erleben, wie sich das anfühlt», erklärte Albijona.

Alle drei sind mit Herzblut dabei, wollten bereits als kleine Mädchen schauspielern. «Man muss aufpassen, dass man in der Rolle bleibt und nicht in sich selbst zurückfällt», umschrieb Tabea die grösste Herausforderung und Julia findet es nicht immer einfach, den richtigen Einsatz zu erwischen. Alle drei möchten mit ihrem Spiel vor allem eines bewirken: «Wir wollen die Zuschauer unterhalten und ihnen etwas bieten.»

Alle Schülerinnen bringen sich in die Inszenierung mit ein. Sie schlagen passende Musiktitel oder Kostümierungen vor und überlegen sich Verbesserungen im Ablauf. Der Leiterin des Schultheaters und Regisseurin Antonia Riz ist es wichtig, dass sich die Schauspielerinnen in ihre Rolle hineindenken. «Die Sprache muss mit dem Spiel verschmelzen, der Text mit der Figur gefüllt und nicht nur auswendig aufgesagt werden.»

Treffen von Gleichgesinnten

Am Theatertreffen in Aarau werden die Schülerinnen ihr Stück vor andern theaterbegeisterten Jugendlichen aufführen. Jede Gruppe erhält von einer anderen eine Beurteilung und darf selbst ihre Kritik zu einer Aufführung abgeben. «Diese Rückmeldungen von Gleichgesinnten sind für uns wichtig», erklärte Antonia Riz. Bis dann sollen alle Texte sitzen und die Szene am Grand Canyon noch spektakulärer wirken als bei der Probe am Sonntag.
Öffentliche Vorstellungen: Montag, 4., und Mittwoch, 6. Mai, 19 Uhr, Theater am Bahnhof, Reinach.