Einst die Schule für tugendsame Hausfrauen

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Rückblick An der Bezirksschule Menziken waren sie unter sich, die Mädchen aus dem Oberwynental, bis anno 1951. Zur Schule gingen sie im «Alten Schulhaus» aus dem Jahr 1863, wo zeitgleich mit der Einweihung auch die «Fortbildungsschule für Töchter» gegründet worden war. Eine fortschrittliche Sache damals, so eine Töchterschule. Gespickt mit ein paar Lektionen Französisch, Geografie, Geschichte und Naturkunde, liess man die Mädchen nach der Grundschule zu tugendsamen Hausfrauen ausbilden. Der Besuch der Bezirksschule – in Reinach gab es diese seit 1832 – war den Buben vorbehalten.

1896 wurde die Töchterschule zur Mädchenbezirksschule aufgewertet. Mit Reinach wurde vereinbart, dass alle Buben der Region die Reinacher und alle Mädchen die Menziker Bez besuchen sollten. Zu einer gemischten Bezirksschule kam es 1951 aufgrund von Fusionsgelüsten. Die Reinacher drängten darauf, eine gemeinsame Oberwynentaler Bezirksschule zu gründen – oder auch Mädchen aufnehmen zu können. Dagegen wehrten sich die Menziker mit Händen und Füssen. Man befürchtete, dass die Schule zu klein würde, sollten die Mädchen aus Reinach, Beinwil am See und Gontenschwil wegfallen. Der Regierungsrat erlaubte schliesslich die gemischten Klassen.

Über all die Jahre diente das «Alte Schulhaus» sämtlichen Schulstufen, vom Kindergarten bis zur Bezirksschule. 1958 wurde das «Mittlere Schulhaus» eröffnet und 1977 bekam Menziken mit dem «Menzo-Schulhaus» ein Oberstufenschulhaus. Hier befinden sich seither alle drei Schulstufen unter einem Dach. 1970 wurde der Verein Ehemaliger der Bezirksschule gegründet. Mit gegen 700 Mitgliedern ist er der heute grösste Dorfverein. Auch er wird nun mit den Reinacher Ehemaligen fusionieren. (ksc)