Schöftland

Einmalige Premiere: Wenn die Tochter zur Musik des Vaters tanzt

Thomas Peyer beim Üben an seinem Klavier.

Thomas Peyer beim Üben an seinem Klavier.

Am kommenden Freitag wird ein einmaliges Projekt über die Bühne der Bezirksschule Schöftland gehen: Musiklehrer Thomas Peyer begleitet mit einem Lehrerorchester die Tanzgruppe seiner Tochter.

Es ist ein Projekt, das die Musik des Vaters mit dem Tanz der Tochter vereint. Ein Projekt, das schon lange in Thomas Peyers Kopf schlummerte und nach aufwendiger Vorbereitung am kommenden Freitag zur Aufführung kommen wird.

Doch worum geht es eigentlich? Thomas Peyer ist seit mehr als 20 Jahren Lehrer an der Musikschule in Schöftland, unterrichtet Klavier, Orgel und manchmal auch Cembalo. Seine Tochter Jaira hat vor einem Jahr die Ausbildung zur Gestalterin beendet und ist seit ihrer Kindheit leidenschaftliche Tänzerin. Die Idee, die Musik mit dem Tanz zu kombinieren, zusammen mit seiner Tochter, hatte Thomas Peyer schon lange. Doch erst vor einem Jahr wurde sie richtig konkret.

Im letzten Herbst begann er mit der Planung. Fragte seine Kollegen und Kolleginnen an der Musikschule, ob sie bereit wären, mit ihm ein Konzert einzuüben. Ein Konzert, das von der Tanzgruppe seiner Tochter begleitet werden sollte. «Es brauchte keine Überredungskünste», sagt Peyer rückblickend. Dies freute ihn besonders.

Bühne mit Erinnerungen

Bevor seine Tochter in alle Welt gehe, wollte Vater Peyer in Schöftland «Music & Dance» zur Aufführung bringen. Bereits jetzt ist Jaira Peyer im Ausland und absolviert ein Praktikum als Gestalterin in London. «Der Kreis schliesst sich mit diesem Konzert wieder», sagt Peyer.

Denn in Schöftland hat seine Tochter als vierjähriges Mädchen tanzen gelernt, bis sie schliesslich in Basel bei der Dance Academy landete. Dort lernte sie drei Frauen kennen, mit denen sie nun die Vaja Dance Company Basel gründete. Mit Anneke Brunekreeft, Athalie Egeler-Haubois und Viviana Molle wird Jaira Peyer in Schöftland auftreten.

«Wieder auf der Bühne zu tanzen, wo ich meine ersten Tanzshows getanzt, im Unterricht gesessen, meine Klavierstücke vorgetragen und meinen Abschluss erhalten habe, wird mir sicher viel Freude bereiten, und einige gute Erinnerungen hervorrufen», schreibt Jaira Peyer. Noch ist sie in London, bald wird sie in die Schweiz kommen, dann bleiben der Tanzgruppe noch zwei Tage fürs gemeinsame Üben.

Denn genau dies gestaltete sich schwierig. Die Choreografien zu den verschiedenen Tänzen haben sie einstudiert. Jairas Tanzkolleginnen filmten ihre Proben in der Schweiz. Danach schickten sie die Videos nach London, wo Jaira übte.

Von Mozart bis Santana

Die Hauptprobe wird am Freitagnachmittag, vor der Aufführung am Abend, über die Bühne gehen. «Hier gibt es keine Gage, in diesem Projekt steckt unser Herzblut», sagt Thomas Peyer. «Es ist toll, zu Live-Musik tanzen zu können, und es ist bestimmt auch für das Publikum interessant», ist sich Jaira Peyer sicher.

Durch das Konzert führe ein roter Faden, der eigentlich gar keiner ist, sagt Thomas Peyer. «Wir wollen dem Publikum ein breites Spektrum zeigen.» Das heisst: Musik von Mozart bis Santana, von Klassik bis Jazz und dazu Tanz von Hip-Hop bis zum Ballett.

Thomas Peyer will mit diesem Konzert auch ein wenig «gluschtig machen». «Ich will zeigen, dass Musik machen etwas ist, das niemand verpassen sollte», sagt er. Und dass Musik und Tanz zwangsläufig zusammengehören. Es erfülle ihn mit Freude, dass er und seine Tochter dieses einmalige Projekt in Schöftland auf die Beine stellen konnten.

«Music & Dance», Freitag, 1. November, 20.15 Uhr, Aula Bezirksschule Schöftland.

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