Bergrennen Reitnau
Einkaufswagen, Bob und Badewanne: die drei ausgefallensten Rennmaschinen der Welt?

Am Bergrennen sorgten zwischen den Rennläufen die Showeinlagen für Unterhaltung. Unter anderem fuhr die schnellste Badewanne der Welt den Berg hinauf.

Dominic Kobelt
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Bei 120 PS, sechs Gängen und einer Maximalgeschwindigkeit von 186,82 km/h denken wohl die Wenigsten an eine Badewanne. Hannes Roth aus Schöftland fuhr aber in Reitnau mit dem selbstgebauten Gefährt den Berg hoch – er hat damit, und das ist im Guinness Buch der Rekorde so dokumentiert – die schnellste Badewanne der Welt.

Über 300 Arbeitsstunden stecken in dem ungewöhnlichen Projekt. Die Badewanne samt Dusche hat einen wassergekühlten R6-Motor von Yamaha, dessen Drehzahl maximal 16 000 Umdrehungen pro Minute erreicht. Aus dem Stand beschleunigt das Gefährt auf 100 km/h in gerade einmal 3,4 Sekunden.

 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
18 Bilder
Der Porsche, hier kurz vor dem Unfall am Bergrennen Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 So viel PS hat keine ander Badewanne
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau
 Gross und Klein verfolgten das Spektakel auf der Rennstrecke.
 Sie trotzten dem Regen mit Schirmen oder Pelerinen.
 Das Bergrennen lockt jedes Jahr zahlreiche Autofans nach Reitnau.
 Die ersten Motoren dröhnen bereits morgens um sieben Uhr aus den Fahrerlagern.
 Auch Oldtimer sind auf der Strecke unterwegs...
 ... oder getunte Migros-Wägeli.
 Der Fantasie der Teilnehmer sind keine Grenzen gesetzt.

Eindrücke vom 52. Bergrennen in Reitnau

Dominic Kobelt

Nach der Badewanne der Bob

Roth konnte am Bergrennen von Reitnau in der Showkategorie aber nicht nur die Badewanne präsentieren, sondern auch einen Bob, der für einmal nicht bergab, sondern bergauf fuhr.

Es war das erste Mal, dass Roth seine neue Kreation auf Herz und Nieren testen konnte. Die letzten Arbeiten wurden noch am Samstagabend ausgeführt. «Das Chassis ist von einem Renncart, die Bremsanlage auch, wir haben einen R1-Motor mit tausend Kubik und 151 PS eingebaut», erzählt Roth stolz gegenüber «Tele M1». Sechs Gänge stehen zur Verfügung – «theoretisch wäre es möglich, damit über 200 km/h zu fahren.»

Ein weiteres skurriles Fahrzeug, das auf der Bergstrecke zu bewundern war, war der Micross, ein Einkaufswagen mit Motor. Samt Einkäufen düste Sämi Bolliger über die Strasse. Die Schwierigkeit: Normalerweise sitzt man in einem Fahrzeug, besonders wenn es 100 km/h schnell ist – «dann hat man das Gefühl für das Gefährt, das fehlt hier. Dementsprechend muss man sich am Lenker festhalten», erklärt Bolliger.

Einiges grösser ist der Villiger Race Truck. Der 1200 PS starke Lastwagen von Egon Allgäuer bietet aber auch nicht viel mehr Komfort für den Fahrer als der Einkaufswagen: «Weil das Rad viel Platz einnimmt, muss ich mit der Fussspitze auf die Bremse drücken», erklärt Allgäuer. «Zum Fahren ist das schon ganz speziell.»

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