Kölliken
Einheimische Künstler zeigen im Dorfmuseum Bilder und Installationen

Mit den Frühlingsblumen, die langsam ihre Knospen aus der Erde strecken, ist auch das Dorfmuseum in Kölliken aus dem Winterschlaf aufgewacht. Christa Hunziker und Roland Hächler stellen ihre Werke zum Thema Salz aus.

Lilly-Anne Brugger
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Christa Hunziker und Roland Hächler fertigen die Salzspur. Links an der Wand hängt ein Werk aus dem Opferzyklus, an der Wand hinter dem Künstlerpaar bildlich dargestellte Ausdrücke der Kölliker Mundart. lbr

Christa Hunziker und Roland Hächler fertigen die Salzspur. Links an der Wand hängt ein Werk aus dem Opferzyklus, an der Wand hinter dem Künstlerpaar bildlich dargestellte Ausdrücke der Kölliker Mundart. lbr

Während im Bauerngarten vor dem Hochstudhaus die Erde für die Aussaat vorbereitet wird, erklingen aus dem Innern des ehemaligen Bauernhauses immer wieder Hammerschläge. Der Kölliker Künstler Roland Hächler hängt Bilder auf. Gemeinsam mit Christa Hunziker richtet er eine besondere Ausstellung ein. Oberthema der Ausstellung ist Salz – passend zum Dorfmuseum, das auch als Salzmehus bezeichnet wird. Bis 1941 durfte in Kölliken nur in diesem Gebäude Salz verkauft werden.«Jedes Haus ist eine Maschine und wird für einen bestimmten Zweck erbaut», sagt Roland Hächler. «Der Zweck des Salzmehus war, dem Bauern als Aufbewahrungsort für Ernte und Werkzeuge zu dienen. Es wurde darin aber auch Salz verkauft.»

Alles dreht sich ums Salz

Bevor das Kölliker Dorfmuseum im Sommer für die Neugestaltung der Ausstellung geschlossen wird, erhalten die beiden Künstler die Möglichkeit, ihre Assoziationen mit dem Thema Salz in einer Sonderausstellung zu präsentieren. «Wir haben total freie Hand. Die Museumskommission macht uns kaum Vorgaben, wie wir das Gebäude nutzen dürfen», freut sich Roland Hächler und betont, wie sehr er dieses gegenseitige Vertrauen schätze. Und so begegnet der Besucher dem Salz überall – sogar noch bevor er das Hochstudhaus betreten hat. «Mit der Stoffbahn, die aus dem Dachfenster hängt, symbolisieren wir das Salz, das früher in diesem Haus eingelagert wurde», erklärt Hächler. «Die Hanfschnüre, die auf der Rückseite aus dem Dachfenster hängen und vom Wind in alle Richtungen verweht werden, stehen für das Salz, das im Salzmehus eingekauft und in alle Richtungen Köllikens davongetragen wurde.»

Kölliken ist farbig

Im Innern des Salzmehus nimmt das Künstlerpaar das Thema «Salz» in seinen Bildern und Installationen immer wieder auf – auch in Verbindung mit anderen Elementen. So hat es in 24 Quartieren Köllikens Bodenproben genommen und mit diesen Erdfarben angemischt. Damit die Farbe gut hält und deckt, verwendet Hächler ein altes Rezept von Leonardo da Vinci: Die zerkleinerte und gesiebte Erde wird unter anderem mit Eiern, Magerquark und Magermilch vermischt. Das Ergebnis sind Erdfarben in den verschiedensten Tönen. «Das zeigt, dass Kölliken eben auch farbig ist», meint Hächler. Jeweils eine dieser Kölliker Erdfarben stellt er einem Salz der Welt gegenüber, beispielsweise das fast schwarze Salz aus Hawaii dem dunklen Beige der Erdfarbe aus dem «Chalofe», einer Flur im Wald. Aber auch in anderen Werken nimmt Hächler Bezug zu seiner Wohngemeinde. Unter anderem stellt er fast vergessene Kölliker Mundartausdrücke bildlich dar – wer weiss heute noch, was «elei», «sälbschtander» und «sälbschtdrett» bedeutet?

Passende Salz-Suite

Die Ausstellung im Strohhaus hat Roland Hächler gemeinsam mit Christa Hunziker konzipiert. «Wenn wir eine neue Ausstellung entwickeln, ist dies ein langer Prozess. Manchmal diskutieren wir bis in die Nacht hinein und entwickeln Ideen weiter», sagt Roland Hächler.

Mittlerweile ist die Ausstellung im Kölliker Dorfmuseum fast fertig eingerichtet. Nur die Salzspur, die sich durchs ganze Haus zieht und den Besucher von Kunstwerk zu Kunstwerk führt, muss noch trocknen. So können sich die beiden Künstler nun ganz auf die Proben der Salz-Suite konzentrieren, die Christa Hunziker passend zur Ausstellung im Dorfmuseum für Perkussion, Gitarre und Blockflöten komponiert hat. An der Vernissage nächsten Dienstag wird dieses Werk im Rahmen einer speziellen Inszenierung uraufgeführt.

Vernissage der Sonderausstellung von Roland Hächler und Christa Hunziker im Strohhaus Kölliken: 24. April, 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 1. Juli sonntags von 15 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.