Unter dem Motto «Mänzike get Vollgas» stimmt sich Menziken ab Freitag mit einem dreitägigen Dorffest auf die Tour de Suisse ein. 100 Radrennfahrer starten am Montag zur 3. Etappe, die von Menziken nach Bern führt. Die AZ hat sieben Dinge zusammengetragen, die Sie unbedingt wissen müssen.

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Die Zusatzschlaufe der dritten Etappe, dank derer die Fahrer etwa 30 Minuten nach dem Start nochmals durch Menziken kommen, bietet den Zuschauern zwei verschiedene Tour-de-Suisse-Momente. «Beim Start sieht der Zuschauer noch nicht viel vom eigentlichen Rennen. Dank der Zusatzschlaufe fahren die Teilnehmer beim zweiten Mal im Renntempo durch Menziken, was den Zuschauern ein zusätzliches Erlebnis bietet», sagt Frau Gemeindeammann Annette Heuberger. Die zweite Schlaufe hat die Gemeinde als Wunsch angebracht, als sie als Etappen-Startort angefragt wurde.

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Die Menziker packen beim Dorffest voller Elan an: Neben dem OK, das aus etwa 50 Freiwilligen besteht, helfen zahlreiche Vereinsmitglieder an Ständen oder Aktivitäten am Fest. OK-Präsident Felix Matthias hatte im Nu seine 50 Mitglieder zusammen. «Man merkt, dass die Menziker zusammenstehen und sagen: ‹Das machen wir›», sagt Annette Heuberger.

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Der Radsport kommt auch am Dorffest nicht zu kurz. Am Samstag und Sonntag haben die Besucher auf Radtouren und Parcours Gelegenheit, sich selber aufs Velo zu schwingen. Am Samstagmorgen leiten Mitglieder der Pro Senectute Radtouren für verschiedene Altersklassen. Wer nicht auf eine Tour will, testet auf der gesperrten Hauptstrasse Gefährte wie Rikscha oder Knick-Velo im Parcours von v-cool.ch. Am Samstagabend führt der «Saturday Night Skate und Velo» über 19 Kilometer über Gontenschwil und Zetzwil zurück nach Menziken.

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Finanziell lohnt sich die Tour-de-Suisse-Etappe für Menziken nicht. Die Gemeinde muss ein Startgeld von 20 000 Franken bezahlen. Um weitere Ausgaben zu decken, wurden Sponsoren angeworben. Ausserdem leisten diejenigen Vereine mit Gastro-Stand am Dorffest einen Beitrag zur Finanzierung der Anlässe rund um den Etappenstart. Fahrer und Betreuer übernachten hauptsächlich in der Umgebung des letzten Etappenziels (Cham) und nicht in der Startgemeinde Menziken. Der Gewinn liegt gemäss Annette Heuberger darin, dass das Dorf von aussen positiv wahrgenommen wird. Auch der Ex-Radprofi Armin Meier, der eng mit dem Wynental verbunden ist, sieht dies so: «Eine Startgemeinde wird oft in den Medien genannt, für das Image ist es bestimmt eine gute Sache.»

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Wer die Rennfahrer hautnah erleben will, der hat am Montag vor dem Start Gelegenheit dazu. Ab 12.15 Uhr schreiben sich die Fahrer beim Wagen des Medien-Speakers persönlich ein und sind offen für das eine oder andere Selfie oder Autogramm. Auch danach, während der Startaufstellung auf Höhe Gemeindehaus, dürfen die Sportler bis wenige Minuten vor dem Startschuss angesprochen werden.

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Der Strassenverkehr im oberen Wynental wird am Montag von der Tour de Suisse diktiert. Jeweils fünf Minuten vor der Rennspitze wird der gesamte Verkehr angehalten, bis der Besenwagen vorbei ist. Auf den Hauptstrassen durch Zetzwil, Gontenschwil, Reinach und Menziken kommt es daher immer wieder zu kurzen Sperrungen. In Menziken wird der Verkehr von Samstag bis Montag umgeleitet, nachts ist die Umleitung jeweils aufgehoben.

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Das Programm der Musikschulkonzerte am Freitag und Sonntag ist ganz aufs Velo zugeschnitten. So geben die Jungmusiker Stücke wie «Nine Million Bicycles», «Spinning Wheel», «Tour de Suisse im Engadin» und «Cycling Circle» zum besten. In Letzterem übernimmt die Violine die Rolle des Velofahrers und lässt ihn mal schneller, mal langsamer radeln.