Erst knapp acht Jahre ist die Biberburg alt, und schon geht eine Ära zu Ende. Martha Buob, Mitglied der ersten Stunde, gibt die Leitung der Gastronomie ab. 2005 war die Hirschthalerin die einzige Frau einer Gruppe Naturfreunde, die den Verein Wald Hirschthal gründeten, der sich vier Jahre später dem Bau des heutigen Natur- und Kulturzentrums annahm.

Die gelernte Servicefachfrau machte speziell für ihre Aufgabe als gastronomische Leiterin die Wirteprüfung. Sie habe stets auf eine regionale Küche mit Lebensmitteln aus nachhaltiger Produktion geachtet, sagt Buob. Sie kreierte die einfach-raffinierte Menükarte mit «Fürobeschnitte» (mit Käse überbackenes Ruchbrot) und «Maharani» (Thon-Curry-Sandwich). Der Umwelt zuliebe habe sie lieber einmal die teurere Variante an Zutaten eingekauft, sagt Martha Buob. Schliesslich sollte das Vereinscredo der Naturnähe auch in der Küche gelebt werden.

Naturnah und nachhaltig

Der behutsame Umgang mit der Natur gehört zum Kerngedanken der Biberburg-Betreiber und prägt sowohl die Küche wie auch die Veranstaltungsagenda des Lokals. Einmal pro Monat findet neben regulärem Gastrobetrieb und Konzerten ein Themenabend zu Natur und Nachhaltigkeit statt.

Ein Konzept, das hohe Ansprüche an Buobs Nachfolge stellte. Mit der Gretzenbacherin Sabrina Rüegg, die letzten Freitagabend den Gästen vorgestellt wurde, ist die Nachfolge nun gefunden. «Mich hat der Fokus auf regionale Produkte gereizt und auch, dass der Anfahrtsweg weniger lange ist», sagt Rüegg, die zuvor das Hotel Kurhaus Weissenstein oberhalb Solothurns leitete.

Die abtretende gastronomische Leiterin Martha Buob (links) übergibt das Zepter in der Biberburg an Sabrina Rüegg weiter.

Die abtretende gastronomische Leiterin Martha Buob (links) übergibt das Zepter in der Biberburg an Sabrina Rüegg weiter.

Bereits hat sie Ideen, wie sie das Angebot gemäss Biberburg-Philosophie ergänzen kann: «Ich plane, ein regionales Bier und regionale Süssgetränke auf die Menüliste zu setzen.» Das Weinangebot stammt bereits jetzt zum Grossteil von Aargauer Rebbergen. Was nicht in der Region wächst, wird ebenfalls bewusst eingekauft. Etwa die Kaffeesorte aus einem Regenwaldprojekt in Äthiopien.

Die neue Gastroleiterin dürfe sich natürlich jederzeit an sie wenden, sagt Martha Buob, die mit 57 Jahren nicht ganz in Pension geht, sondern weiterhin im Betrieb mitwirken wird. «Ich werde ihr aber auf keinen Fall dreinreden.»

Der nachhaltige Umgang mit der Natur kommt wiederum den Gästen zugute. Als die damals acht Mitglieder des jungen Vereins Wald Hirschthal das achteckige Gebäude 2009 selbst entwarfen und bauten, wollten sie einen Ort schaffen, der Naturnähe und Feierabendentspannung verbindet.

«Bei uns sollten die Leute mal runterfahren können, wenn sie im Ausgang sind, ohne am Ende des Abends noch mehr aufgedreht zu sein, als sie schon im Alltag sind», sagt Urs Gsell, Gründungsmitglied und Forstwart von Hirschthal. Nach dem Start haben wir gemerkt, dass viele einen solchen Ort suchen.

Ursprung war Waldfest

Urs Gsell und seine Kollegen hatten den Verein ursprünglich gegründet, weil sie 2005 als Organisationskomitee das Waldfest ausrichteten, für das 50 000 Besucher nach Hirschthal strömten. Mit diesem feierte die Gemeinde den 400 Jahre zurückliegenden Kauf der 170 Hektaren Hirschthaler Wald vom Kanton Bern. «Nach dem Fest war die Bedeutung des Waldes stärker in den Leuten verankert. So beschlossen wir, den Verein nicht aufzulösen, sondern durch ihn den Waldgedanken in den Leuten lebendig zu halten», sagt Gsell.

Sie hätten deshalb mit einem neuen Projekt an diese Idee anknüpfen wollen, jedoch nicht mit nur einem Anlass, sondern etwas Beständigem. Die wachsende Besucherzahl der letzten Jahre bestätigt das Bedürfnis nach dem Biberburg-Konzept. Seit dem Start schreibt der nicht gewinnorientierte Betrieb schwarze Zahlen. Schulden aus der Bauzeit hatte der Verein dank der Landschenkung und Sponsorenbeiträgen keine. Ein Erbe, das wohl jede neue Restaurantleiterin gerne annimmt.