Gemeindeversammlung

Eine Million für Schul-Computer und Budget 2020: Worüber die Schöftler abstimmen

Die Schöftler Ortsbürger sollen das ehemalige Bankgebäude an der Dorfstrasse 9 kaufen.

Die Schöftler Ortsbürger sollen das ehemalige Bankgebäude an der Dorfstrasse 9 kaufen.

Die Gemeindeversammlung Schöftland soll diverse Kredite genehmigen und den Steuerfuss von 97 % bestätigen.

Vor einem Jahr erlebte Schöftland eine historische Winter-Gemeindeversammlung. Wegen des Traktandums «Hegmatte» war die Stimmbeteiligung mit 15 Prozent so hoch wie seit Menschengedenken nicht mehr. Die anstehende Gemeindeversammlung vom 18. November dürfte nicht derart viele Emotionen wecken – auch, weil das brisanteste Geschäft nicht traktandiert ist (siehe Kontext).

Aber den Schöftlern werden doch ein paar schwergewichtige Traktanden vorgelegt. Das wichtigste ist das Budget 2020, das auf einem unveränderten Steuerfuss von 97 Prozent basiert. Voranschlag ist eine Umsatzsteigerung von 4,2 Prozent auf 24,4 Millionen Franken – bei einem Aufwandüberschuss von 0,35 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad ist mit 64 Prozent vergleichsweise hoch.

Von den Krediten, die der Souverän bewilligen soll, ist derjenige für die Aufrüstung der Schule im Bereich Computer am höchsten: Der Gemeinderat beantragt 1,085 Millionen Franken für die Erneuerung der Schulinformatik.

445 000 Franken soll die Modernisierung der Steuerung der Kläranlage Schöftland (EMSRL-Technik) kosten. Die bestehendende Anlage ist teilweise bis zu 50 Jahre alt und vor 20 Jahren letztmals saniert worden. «Die Lebensdauer ist grundsätzlich überschritten», schreibt der Gemeinderat.

Der 310 000 Franken teure Bau einer neuen Transformatorenstation am Birkenweg wird mit dem Bauboom begründet: «Aufgrund der nach wie vor regen Bautätigkeit in der Gemeinde benötigt die Elektrizitätsversorgung eine zusätzliche Transformatorenstation im Dorfzentrum», so der Gemeinderat.

Nicht wie geplant läuft die Sanierung der Kanalisation Holzikerstrasse. Zusätzlich zu den bereits bewilligten 1,305 Millionen Franken ist ein Zusatzkredit von 0,65 Millionen Franken notwendig. Wegen massiver Änderungen am Vereinigungsschacht – dem, was gemeinhin als Unvorhergesehenes bezeichnet wird.

Weitere Geschäfte an der Einwohnergemeindeversammlung sind drei Einbürgerungen und die Genehmigung des neuen Gebührenreglements zur Bau- und Nutzungsordnung (BNO).

Ortsbürger sollen ehemalige Bank Suhrental kaufen

Noch besser als der Einwohner- geht es der Ortsbürgergemeinde – vor allem dank des Kies- und Sandwerks Hubel. Dafür ist ein neuer Pneulader notwendig. Die entsprechenden 395 000 Franken sollen an der Gemeind vom 18. November genehmigt werden.

Ebenfalls zur Annahme empfiehlt der Gemeinderat den Kauf der Liegenschaft Dorfstrasse 9 – vor ewigen Zeiten der Hauptsitz der Bank Suhrental. Mit dem Gebäude (Baujahr 1911) soll das Schlossareal arrondiert werden, so der Gemeinderat. Es sei «für künftige Zwecke der Gemeinde Schöftland von strategischem Interesse». Beantragt ist ein Kredit von 1,25 Millionen Franken – inklusive Planungskosten für notwendige Renovationen.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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