Bauland auszonen ja – aber im Gespräch mit dem Kanton: Dies fordert der Gemeindeverband aargauSüd impuls bei der Umsetzung des revidierten Raumplanungsgesetzes, das 2013 vom Schweizer Volk angenommen worden ist.

Nachdem die Gemeinden den Kanton wegen seiner Informationspolitik kritisiert hatten (az 13.6.), tat dies gestern auch der Regionalplanungsverband.

Der Kanton will im Oberwynental zehn Flächen auszonen. Drei davon beantragte der Gemeindeverband von der Auszonung zu befreien – je eine Fläche in Gontenschwil, Burg und Menziken. Die Flächen in den Zentren von Burg und Gontenschwil wurden vom Kanton bewilligt, weil dort schon Projekte für Überbauungen bestehen. Das Land beim Spital Menziken hingegen will der Kanton auszonen.

Dass der Kanton dem Gemeindeverband teilweise entsprach, wusste dieser zu würdigen. Nur zeigt sich aargauSüd impuls überrascht, ja gar enttäuscht über die Gesprächsbereitschaft respektive die Nicht-Bereitschaft des Kantons. Regionalplanerin Barbara Gloor sagte: «Wir wollten über die Auszonungsflächen verhandeln, doch seitens des Kantons herrschte Funkstille.»

Herkules-Arbeit vom Verband

Auch hatte der Kanton einen ambitiösen Zeitplan: Zwischen August und Dezember letzten Jahres fand die vertrauliche Behördenvernehmlassung statt, in diesem Zeitrahmen mussten der Regionalplanungsverband die geforderten Stellungnahmen verfassen. Dafür habe man Herkules-Arbeit geleistet, fand Verbandspräsident Martin Widmer. Der Kanton formulierte 15 Leitfragen, zu jeder gab die Region aargau Süd impuls ihre Stellungnahme ab. Insbesondere die Auszonungsflächen seien mit den Gemeindevertretern intensiv diskutiert worden.

Auszonungen sind möglich

Gestern kam es auch zu einer Aussprache zwischen Kanton, aargauSüd impuls und den Gemeinden. Dabei ging es um zwei Punkte: die Frage der weiteren Zusammenarbeit sowie um die Entwicklung des Wynentals. «Auszonungsflächen sollen angeboten werden können. Dazu sind aber Gespräche zwischen dem Kanton und den Gemeinden notwendig», sagte Gloor. Die Umsetzung dieses Ziels sei komplex und bedarf massgeschneiderter Lösungen.
Ein weiterer Antrag von aargauSüd impuls wurde ebenfalls aufgenommen: Die Arbeitszone für bestehende KMU-Betriebe kann unter bestimmten Voraussetzungen erweitert werden.

Thema in Birrwil

Bis zum 20. September läuft die öffentliche Vernehmlassung. aargauSüd impuls will diese Zeit nutzen, dazu sagte Barbara Gloor: «Wir setzen uns mit allen Mitteln für die Gemeinden ein.» An der öffentlichen Abgeordnetenversammlung von morgen Abend, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle in Birrwil, wird ein Kantonsvertreter über die Richtplananpassung der Siedlungsgebiete im Aargau referieren.

Im Wynental müssen vier Gemeinden aus dem Oberwynental Gebiete auszonen, weil sie zu grosse, unüberbaute Zonen haben: Burg, Gontenschwil, Menziken, Reinach. Zwei weitere Gemeinden in Aargau West lassen Federn, nämlich Hallwil und Rupperswil.