Reinach AG
Eine 96 Meter lange Rohrleitung wird in den Boden gepresst

Bagger, Erdhaufen und offene Gräben hinter rot-weissen Abschrankungen gehören zu Kanalisationsbaustellen. Auf der Baustelle «Lindenplatz», mitten in Reinach ist alles anders.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Bildergalerie 1
5 Bilder
4 Pressen zu 200 Tonnen drücken die 1200 mm Rohre in den Grund.
Polier Mario Tufilli leitet diese besonder Baustelle.
Die eingebauten Rohre haben einen Durchmesser von 1200 mm.
96 Meter Rohre werden in den Unterrund gepresst

Bildergalerie 1

Peter Siegrist

Auf einer Länge von fast hundert Metern verlegen die Bauarbeiter unter der Leitung von Polier Mario Tuffili ein Stück des neuen Hauptkanals des Abwasserverbandes Oberwynental. Das Teilstück vom Lindenplatz bis zur Wynabrücke wird im Pressvortrieb verlegt, also ohne offenen Graben.

Tuffilis Leute haben am Anfangspunkt des Abschnittes eine Grube ausgehoben und mit Betonwänden gesichert. Hier unten wurde die grosse, vierteilige Presse installiert. «Wichtig war das genaue Ausrichten», sagt Tuffili. Nach 96 Metern muss er die bereits verlegte Leitung zum Zusammenschluss ganz genau treffen.

Vier hydraulische Pressen liefern je 200 Tonnen Druck. Mit diesen 800 Tonnen wird ein Stahlschild ins Erdreich gepresst, das Material herausgenommen und mit einem Förderband ans Tagelicht gebracht. Nach und nach werden die Betonrohre hintendrein gepresst und jeweils fugendicht aneinander gereiht.

«Je nach Beschaffenheit des Grundes kommen wir pro Tag bis zu 7 Metern vorwärts», sagt Tuffili. Grosse Steine müssen allerdings zerteilt und herausgenommen werden. Die Presse arbeitet nur mit Druck, sie hat keinen rotierenden Bohrkopf wie die Maschinen im Tunnelbau.

Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass der Verkehr ungehindert rollen kann, es braucht keine Absperrungen. Der gebogene südliche Abschnitt hingegen wird konventionell mit Graben gebaut.