Menziken

«Ein Waldarbeiter mit Motorsäge soll am Eurovision dazu tanzen»

Erica Arnold gibt alles: Fast jedes Wochenende tritt sie auf. Jetzt will sie zum Eurovision Song Contest.

Erica Arnold gibt alles: Fast jedes Wochenende tritt sie auf. Jetzt will sie zum Eurovision Song Contest.

Der Erfolg der Schweiz beim Eurovision Song Contest hielt sich in den vergangenen Jahren in Grenzen. Das möchte Erica Arnold nächstes Jahr ändern. Mit ihrem Song «Ich bin Ich» will sie nach Stockholm.

Über 160 Interpreten aus dem In- und Ausland wollen die Schweiz nächstes Jahr am Eurovision Song Contest in Stockholm vertreten. Eine der Kandidaten ist Erica Arnold aus Menziken. «Der Eurovision ist ein Traum für mich», verrät sie im Interview.

Frau Arnold, warum haben Sie sich zur Vorrunde des Eurovision Song Contest angemeldet?

Erica Arnold: Ich habe im Fernsehen den Aufruf gesehen. Das war acht Tage vor Ablauf der Frist und ich dachte: «Das will ich jetzt endlich.» Der ESC steht schon lange auf meiner «things to do ever»-Liste, genau wie eine riesige Tortenschlacht.

Wie kam Ihr Song «Ich bin Ich» zustande?

Auf einem Kurztrip an den Titisee in Deutschland ging ich nach dem Abendessen in eine kleine Spelunke. Dort traf ich einen jungen Burschen, der ein Porträt von mir malte. Mit der Zeit bemerkte ich, dass hinter ihm an der Bar sein Bruder Michael Hontheim sass. Plötzlich kam er auf mich zu und streckte mir einen Zettel mit einem Gedicht entgegen. Als ich dann vom Aufruf für den ESC hörte, habe ich den Zettel wieder hervorgesucht, einige Zeilen abgeändert und eine Melodie dazu geschrieben. Das war sehr viel Arbeit in nur acht Tagen.

Ist Ihnen sofort eine Melodie eingefallen?

Ich habe alles versucht! Eine Ballade, einen Countrysong, einen Rocksong. Jetzt ist ein Mix zwischen Rap, Status Quo und Rock entstanden. Schliesslich habe ich gedacht, dass der Takt des Gedichts zum «Canadian-Stomp» passen würde. So könnte man dazu auch Line-Dance tanzen.

Was unterscheidet Sie von den über 160 anderen Kandidaten?

Ich hoffe, dass ich als Schweizerin gute Chancen habe, weil viele andere Künstler aus England, Amerika oder der Slowakei kommen. Ich habe nichts gegen diese Beiträge, finde aber, solange wir in der Schweiz einigermassen etwas zu bieten haben, sollten wir zusammenhalten.

Was erhoffen Sie sich von der Teilnahme?

Jeder rechnet sich wahrscheinlich Chancen aus. Ich mache schon von klein auf Musik, trete fast jedes Wochenende auf. Mein Grossvater war ein grandioser Sänger. Mit meiner Mutter habe ich als Kind sehr viel gesungen. Der Eurovision ist natürlich ein Traum für mich. Und ich hoffe, durch die Teilnahme vielleicht noch ein wenig bekannter zu werden.

Wie stellen Sie sich Ihren Auftritt beim ESC vor?

Zu planen beginne ich erst richtig, wenn ich ausgewählt werden sollte. Ich würde aber Charaktere suchen, die auf der Bühne zu meinem Lied Line-Dance tanzen würden. Zum Beispiel einen Waldarbeiter mit Motorsäge, ein hübsches Fräulein (für die Männer) oder einen alten Mann mit Vollbart. Das Lied heisst «Ich bin Ich». Jeder Mensch ist, wie er ist.

Wie kann man Sie unterstützen?

Bis zum 16. November, 8 Uhr, kann man unter www.EricaArnold.ch für mich abstimmen. Zudem entscheidet zu 50 Prozent eine Fachjury, wer weiterkommt. Ich schätze jede einzelne Stimme.

Hier geht es zum Bewerbungsvideo.

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