Kirchleerau

Ein Sprutz Wasser für ein zweites Leben: Das Spritzenhaus wurde feierlich getauft

Mit einer Handdruckspritze von 1888 wurde am Samstag in Kirchleerau das sanierte «Sprützehus» getauft.

Das Spritzenhaus in Kirchleerau hat viel erlebt. Gebaut 1898, um die Handdruckspritze der Feuerwehr unterzubringen, beherbergte es in einem Anbau ab den 1940er-Jahren auch den Leichenwagen. Als die Feuerwehren Kirchleerau und Moosleerau 1976 fusionierten, wurde das Häuschen nicht mehr gebraucht und diente verschiedenen Vereinen als Depot sowie als Schulbusgarage, bis 2015 einige ehemalige Feuerwehrleute die Idee hatten, das Spritzenhaus zu renovieren und als Museum zu nutzen. Am Samstag wurde das «Sprützehus» mit Wasser aus einer alten Handdruckspritze getauft und eingeweiht.

Die Füürwehroldies Leerb, gegründet 2013 durch acht ehemalige Feuerwehrleute, zählen heute zwölf Mitglieder und haben sich dem Erhalt des alten Feuerwehrmaterials, vor allem der Handdruckspritzen und des Spritzenhauses, verschrieben. 2018 begannen sie mit der Entrümpelung des Gebäudes und haben seither gut 600 Stunden Frondienst geleistet.

«Wir sind noch nicht fertig», betonte Andres Koller, Präsident der Füürwehroldies. «Ein Museum, das lebt und interessant ist, muss sich ständig wandeln.» Ab Ende Jahr sollen im einzigen Feuerwehrmuseum der Region Führungen angeboten werden, auch wird eine Zusammenarbeit mit den anderen Museen der Umgebung angestrebt.

Die kleine Handdruckspritze, mit welcher am Samstag die Kinder Wasser pumpen durften, kann für Anlässe gemietet werden. Auch die Renovation des Gebäudes ist noch nicht abgeschlossen: Der erste Stock muss noch ausgebaut werden und das Dach benötigt eine Sanierung. «Wir Oldies müssen weiterhin eine Beschäftigung haben», so Andres Koller mit einem Lachen.

Zweispännig wurden am Samstag die beiden Handdruckspritzen vorgefahren, um das «Sprützehus» zu taufen. Auch die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen einen Sprühregen Spritzwasser ab. Die Kirchleerber Spritze stammt aus dem Jahr 1875 und schafft 380 Liter pro Minute, bei einer Besatzung von zwölf Leuten.

Die Handdruckspritze aus Moosleerau aus dem Jahr 1888 benötigte 14 bis 16 Mann an der Pumpe und löschte ein Feuer mit 400 Liter Wasser pro Minute. Beide Pumpen wurden von den Füürwehroldies mit viel Liebe und Wissen renoviert, ebenso wie die alte Holzleiter und der Schlauchwagen.

Das Spritzenhausmuseum zeigt zudem viel Kleinmaterial, Ausrüstungsgegenstände und Uniformen. Den interessierten Einweihungsgästen konnten die ehemaligen Feuerwehrleute viel Spannendes über die Verwendung und Handhabung der Gegenstände erzählen.

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