«Los, alle auf ihre Posten!», sagt Christian Härdi. Im Fabrikli wurde am Wochenende die Bühne aufgebaut und eifrig geprobt. Härdi und seine fünf Mitspielenden zeigen diese Woche ihre zweite Eigenproduktion. «Erichs letzter Tanz» heisst sie. «Versuch einer Operette» steht im Untertitel.

Zusätzlich am Donnerstag

Die beiden geplanten Aufführungen von Freitag und Samstag sind bereits ausverkauft. So kommt es zur seltsamen Situation, dass die Zusatzvorstellung vor der ursprünglichen Premiere über die Fabrikli-Bühne geht, nämlich am nächsten Donnerstag, 19. März.

Worum gehts in diesem Operettenversuch? Sursee, Beinwil am See oder Möriken, brauchen keine Angst zu haben: Was die Theaterleute aus Uerken- und Suhrental zeigen, ist eine bunte Revue auf schlichter Bühne, allerdings mit gehörig Live-Musik, lauten und leisen Tönen.

«Ausgangspunkt war eine Moderation am Konzert des Bottenwiler Musikvereins», sagt der Schöftler Christian Härdi, der für die gereimten Teile zuständig ist. Martial Schweizer führte damals mit Härdis Reimen die Stücke ein, und nun spielt er den hochstapelnden Impresario, der den Abend sozusagen moderiert.

Martial Schweizer hat auch beim Schreiben der Dialoge mitgeholfen. Der Anfang des Stücks ist geradezu opernhaft tragisch und schräg zugleich: Der ehemalige Turniertänzer Erich Lanz wird beim Tanz von einer Büste erschlagen. Was hat das für Folgen? Richtig: einen Trauergottesdienst samt Leichenmahl.

Wortwitz und Situationskomik

In verschiedenen kurzen Akten vom Primo Piatto über Quatro Stagioni bis Cinque Terre erfährt das Publikum, dass der Pfarrer lieber Metzger geworden wäre, was seinen appetitanregenden Predigten Zulauf beschert. Dumm nur: Erich lebte vegetarisch.

Es menschelt in dieser «abverheiten» Operette. Auch beim Personal und den Gästen des Restaurants, wo das Leichenmahl stattfindet. Rivalitäten, Imponiergehabe, Rachegelüste. Als das Ganze aus dem Ruder zu laufen droht, gibt es nur noch eine Möglichkeit: Neuanfang. Noch einmal die Ouvertüre zu Wilhelm Tell übergehend in die Popweise «Claire» von Gilbert O’Sullivan. Nun freilich macht Erich Lanz den gleichen Fehler, nämlich ein Tänzchen zu wagen, nicht mehr. Sondern? Das sei hier nicht verraten.

Der Operettenversuch mit viel Musik (Stefanie Heltner, Klavier und Christian Härdi, Trompete), Wortwitz, Anspielungen und Komik unterhält trefflich. Die komödiantischen Fähigkeiten der Spielenden und ihre Spiellust tragen dazu bei, zumal die Rollen den Mitspielenden auf den Leib geschrieben sind. Vorverkauf: www.fabrikli.ch oder Telefon 079 523 94 69.