Schöftland

Ein neuer Name soll Altlasten abschütteln — das Regionale Alterszentrum löst sich von der Vergangenheit

Das Regionale Alterszentrum Schöftland heisst neu «Suhrental Alterszentrum»

Das Regionale Alterszentrum Schöftland heisst neu «Suhrental Alterszentrum»

Das Regionale Alterszentrum Schöftland nennt sich neu «Suhrental Alterszentrum» – und wehrt sich gegen Kritik.

Eine «grosse Reorganisation» hatte Bernadette Flükiger, seit Mai Leiterin des Regionalen Alterszentrums Schöftland, an der Generalversammlung im Frühling angekündigt. Dies nachdem sich in den letzten Jahren mehrere Zentrumsleiter im Rhythmus von einem bis zwei Jahren die Klinke in die Hand gegeben hatten.

Im September berichtete der Verwaltungsrat über die ersten Schritte. Reorganisation und Neuaufbau der Arbeitsabläufe seien im Gang. Es wurden Anpassungen in der Organisationsstruktur vorgenommen und in Digitalisierung und Infrastruktur investiert (az vom 6. 9.)

Ein neuer Name für eine Zukunft ohne Altlasten

Nun macht die Alterszentrumsleitung den nächsten Schritt. Einen mit starkem Symbolcharakter. Um sich von Vergangenheit zu lösen, gibt Sie der Institution gleich einen neuen Namen: «Suhrental Alterszentrum». Ab morgen hat auch der Internetauftritt eine entsprechend abgeänderte Adresse (www.suhrental-az.ch).

Auch ein neues Logo wurde entworfen, bestehend aus sieben farbigen Birkenblättern. Sie stehen für die sieben Aktionärsgemeinden Schöftland, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schlossrued, Schmiedrued und Staffelbach. «Die Botschaft lautet, loszulassen und sich in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess Neuem zuzuwenden mit dem Ziel, den Bewohnenden und Mitarbeitenden eine attraktive und zeitgemässe Form des Lebens und Arbeitens zu schaffen», schreibt Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen in einer Mitteilung. Der neue Brand verbinde alle Gemeinden, das Ruedertal und das obere Suhrental, zum «Suhrental». «Dies drückt eine starke Verbundenheit der Dörfer und Täler mit der Region aus», so die Mitteilung.

Der neue Name und das neue Logo sind vorerst rein kosmetischer Natur. Die Aktiengesellschaft wird bis auf weiteres unter bisherigem Namen und Logo geführt.

Auch digital hat das Alterszentrum aufgerüstet. Neu werden sich die Aktionärsgemeinden im Lounge-Bereich via Monitor dem Besucher vorstellen.

Fluktuation sei geringer als branchenüblich

Derweil werden vereinzelt Stimmen laut, die den Veränderungsprozess hinterfragen. Von Kündigungen ist die Rede und von Personal, das sich neu orientiere. Und man sei im Alterszentrum dabei, Einerzimmer in Zweierzimmer zu umfunktionieren.

Dazu Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen: «In der Pflege gilt eine Mitarbeitendenfluktuation von 17 Prozent als branchenüblich. Dazu kommen bei einem Veränderungsprozess nochmals 13 Prozent Fluktuation, wissenschaftlich begründet. Unsere Fluktuationsrate liegt deutlich darunter, gar 5 Prozentpunkte unter der Fluktuation von 2018.

Einzelzimmer wieder zu Doppelzimmern gemacht

Weiter sagt Matthiessen zu den Abgängen: Bernadette Flükiger ist eine ausgewiesene Geschäftsleiterin mit besten Referenzen aus dem Gesundheitswesen. Sie sorgt seit Mai mit ihrem Kader nun für die Grundvoraussetzungen, die eine Altersinstitution heute bieten muss. Dabei sind die Anforderungen verschiedener Anspruchsgruppen wie Bewohnende, Mitarbeitende, das Departement Gesundheit und Soziales (DGS), die Krankenkassen, die Verbände und die Aktionärsgemeinden zu erfüllen.» Nach kurzer Zeit hätten sich die ökonomischen Ergebnisse verbessert. Bernadette Flükiger sei sehr nahe an den Mitarbeitenden und habe dazu sieben Workshops durchgeführt. Zudem würden Rückmeldungen vonseiten Bewohner und Mitarbeitenden den eingeschlagenen Weg bestärken.

Betreffend der Umwandlung der Zimmer schreibt Matthiessen: «Der Vorgänger von Bernadette Flükiger machte aus Doppelzimmer Einzelzimmer. Heute ist erwiesen, dass weiterhin Doppelzimmer benötigt werden. Diese werden nun sukzessive im Sinne eines Bedürfnisses reaktiviert, auch wenn der Bedarf im Verhältnis gering ist.»

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