Kirchleerau
Ein Name sorgt für Verwirrung in der Windenergie-Diskussion

Im Zusammenhang mit den geplanten Windenergieanlagen ob Kirchleerau fällt auch immer wieder der Name Hochrüti. Doch eigentlich gibt es auf Kirchleerber Boden kein Gebiet, das Hochrüti genannt wird.

Christine Fürst
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Rudolf Humm zeigt, wo die zwei Windenergieanlagen zu stehen kommen würden.

Rudolf Humm zeigt, wo die zwei Windenergieanlagen zu stehen kommen würden.

Christine Fürst

Immer wieder wurde es geschrieben oder gesagt und immer wieder war es eigentlich falsch: Dass die Windenergieanlagen auf der Hochrüti in der Gemeinde Kirchleerau realisiert werden sollen. Doch der Weiler Hochrüti liegt nicht auf Kirchleerber, sondern auf Schmiedrueder Boden. Hingegen sind die Windenergieanlagen auf Kirchleerber Boden geplant.

«Man redet von der Hochrüti und in Kirchleerau gibt es diese überhaupt nicht», sagt Rudolf Humm. Er muss es wissen, ist er doch in Kirchleerau aufgewachsen und mit den örtlichen Flurnamen vertraut. Er war von 1986 bis 1997 als Parteiloser im Gemeinderat und davon acht Jahre Ammann.

Ein Augenschein vor Ort, zusammen mit Rudolf Humm und ausgestattet mit dem Bau- und Kulturlandplan von Kirchleerau, bestätigt ziemlich schnell: Der Weiler Hochrüti liegt nicht mehr auf Kirchleerber Boden. Die Windenergieanlagen würden demnach in den Gebieten Enggässli und Grossweid zu stehen kommen.

Wie kommt es, dass im Zusammenhang mit dem von der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) geplanten Windpark von Hochrüti geredet wird? Im Richtplan des Kantons Aargau ist das Gebiet ob Kirchleerau als einer von fünf Windenergie-Standorten festgelegt. Und dieses Gebiet wird im Richtplan Hochrüti genannt, befindet sich aber auf Kirchleerber und nicht auf Schmiedrueder Boden.

Dazu sei es gekommen, weil Initiant Anton Suter mit seiner Firma Luventa in der Mitwirkung beim Regierungsrat beantragt hat, das Gebiet Hochrüti in die Richtplanung aufzunehmen. «Die Gebietsbezeichnung stammt direkt von den Initianten und wurde über den Antragssteller, Grossrat Roland Basler, durch den Grossen Rat so festgelegt», sagt Jörg Hartmann von der Abteilung Raumentwicklung des Kantons Aargau. Zur Namensgebung sagt Anton Suter: «Der Weiler Hochrüti ist der nächstgelegene bekannte Weiler bei den geplanten Windenergieanlagen.»

Deshalb heisst die Zone für Windkraftanlagen ob Kirchleerau Hochrüti im Aargauer Richtplan. Auch die CKW hat zu Beginn noch vom Gebiet Hochrüti auf Kirchleerauer Grund geschrieben. Mittlerweile wird es Projekt Windpark Kirchleerau/Kulmerau genannt. «Wie es dazu kam, dass sich in den Diskussionen um den Standort auf Kirchleerauer Boden die Bezeichnung Hochrüti etabliert hat, lässt sich nicht mehr nachvollziehen», sagt Simona Gambini, Mediensprecherin der CKW. Klar sei, dass zwei Anlagen auf Kirchleerber Boden zu stehen kommen würden. Man werde sich bemühen, künftig die Bezeichnung Hochrüti nicht mehr zu verwenden.