Schlossrued
Ein lila Schwede baut die Paletten zusammen

Die Ruedersäge AG hat einen schweizweit einzigartigen neuen Mitarbeiter.

henrik furrer
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Ruedersäge AG liefert ihre Paletten hauptsächlich an kleinere Firmen in der Region aus.

Ruedersäge AG liefert ihre Paletten hauptsächlich an kleinere Firmen in der Region aus.

zvg

Mit einem lauten Surren setzt sich der gigantische Roboterarm in Bewegung. Eine Minute und einige kräftige Nagelstösse später ist die Palette fertig zusammengebaut. Eine rote Sicherheitslinie umgibt die Maschine im Palettenlager der Ruedersäge AG in Schlossrued. Stolz beobachtet Geschäftsführer Pascal Schneider seinen tüchtigen neuen Mitarbeiter. «Unser Roboter ist der erste seiner Art in der Schweiz.» Er wird von einer Firma in Schweden hergestellt mit Technologie aus Japan.

Im Moment ist der Roboter noch nicht voll ausgelastet. «Es gab einige Anlaufschwierigkeiten», erklärt Schneider. «Es gab Probleme beim Ansaugen der Nägel für das Zusammenbauen der Paletten.» Die Schwierigkeiten seien nun jedoch behoben und die Produktion werde schon bald das gewünschte Volumen erreichen.

Fokus auf regionale Kundschaft

Die Ruedersäge AG liefert ihre Paletten hauptsächlich an kleinere Firmen in der Region aus. Dies hängt einerseits mit den hohen Kosten für längere Lieferdistanzen zusammen. Andererseits schätze die regionale Kundschaft die hohe Flexibilität und Individualität der Palettenproduktion. «Flexibilität ist die grösste Stärke unseres neuen Roboters», erklärt Pascal Schneider. Die Einstellungen des Roboters kann man innert kürzester Zeit ändern. Dadurch ist es möglich, diverse unterschiedliche Palettenarten zu produzieren, angepasst an die Bedürfnisse der Kunden.

Die Ruedersäge AG setzt also nicht auf Massenproduktion. Das würde sich laut Schneider angesichts der grossen Konkurrenz aus dem Ausland, wo Paletten zu Spottpreisen hergestellt werden, auch gar nicht lohnen. Die Produktion ins Ausland zu verlagern war für Pascal Schneider trotz der hohen Produktionskosten in der Schweiz nie ein Thema. »Mir ist es wichtig, die Arbeitsplätze in der Region zu halten.»

Keine Entlassung wegen Roboter

Auf die Frage, ob die Anschaffung des Roboters einen Stellenabbau zur Folge hatte, sagt Schneider: «Im Gegenteil: Wir haben sogar einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt, der den Roboter bedient.» Dies sei nötig gewesen, da die Bedienung des Roboters anspruchsvoll ist und ein gewisses Mass an Fachwissen erfordert. Die beiden Mitarbeiter, welche die alte Palettenmaschine bedient hatten, konnten in die Sägerei der Firma versetzt werden.