Ein Viertel der 2865 Einwohner der Gemeinde Unterkulm ist ausländischer Herkunft. Migranten und Migrantinnen, die in Unterkulm leben, wohnen und arbeiten, bringen nebst ihrer Muttersprache auch immer ein Stück ihrer Kultur mit ins Gastland. «Alt und jung, gesund oder durch Behinderungen eingeschränkt, auch Mann und Frau das gehört zur Vielfalt in der Bevölkerung, das sind Kulturen innerhalb unseres Landes», sagt Franz Hochstrasser, Vizeammann von Unterkulm. Die weltweite Migration führe heute dazu, dass sich die Bevölkerung immer mehr multikulturell zusammensetze.

Für Hochstrasser ist es verständlich, wie er sagt, dass sich fremde Kulturen nicht automatisch für andere Kulturen öffnen. «Barrieren entstehen, nicht aus bösem Willen, sondern weil die Menschen so funktionieren.»

Was Interkultur meint

Hochstrasser setzt bewusst den Begriffen «Integration und Assimilation» das Wort «Interkultur» gegenüber. Bei der Integration spiele immer etwas Herrschaftliches mit, wenn die Anpassung gefordert werde. «Bei Interkultur gibts kein Gefälle», erklärt Hochstrasser, «der Begriff Interkultur akzeptiert, das es ein Stück Normalität ist, dass wir uns unterscheiden.»

Die 11 Mitglieder der neu geschaffenen Kommission spiegelten die Vielfalt der Bevölkerung wieder, sagt Hochstrasser: «Ältere und junge Leute, Arbeitgeber und Angestellte, Einheimische, Neuzuzüger und aus dem Ausland zu uns gestossene Leute.»

Das Pflichtenheft der Kommission, die vom Gemeinderat eingesetzt worden ist, zeigt klar, die IKK soll sich nicht nur auf die Ausländerfrage fokussieren.

Es gehe darum, so Hochstrasser, beizutragen, Barrieren abzubauen. «Grenzen müssen aktiv überwunden werden, nur so können sich die Leute auch zwischenmenschlich näherkommen.» So sei Interkultur wechselseitig zu verstehen.

Die Gruppe will nicht nur diskutieren und auf mögliche Probleme aufmerksam machen, sondern ganz pragmatische Vorschläge auf den Tisch legen.

Die IKK gelangte bereits mit dem Anliegen für behindertengerechte Parkplätze an den Gemeinderat. Jetzt soll ein Telefondienst eingerichtet werden, wo ausländische Einwohner in ihrer Sprache Auskünfte erhalten oder kleine Texte übersetzt bekommen. Weiter bemüht sich die IKK darum, dass auch Ausländer im Dorfleben vorkommen», sagt Hochstrasser und ergänzt, «mit der Zusammensetzung der IKK ist ein solcher Schritt getan.»

Blauäugig sind die IKK-Mitglieder aber nicht. «Wir meinen nicht, alles müsse gut gehen», sagen sie, denn es handle sich ganz klar um ein langfristiges Lernprozedere.