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Ein Kurs hilft gegen Sonnenmangel im Winter

Unter Anleitung von Silvia Merz (links) übt Susanne Gautschi die richtige Pinseltechnik. Elisabeth Schneider schaut zu.

Unter Anleitung von Silvia Merz (links) übt Susanne Gautschi die richtige Pinseltechnik. Elisabeth Schneider schaut zu.

Wer gerne malt, kann mit einem Kurs der Volkshochschule Wynental dem Winterblues entfliehen – «das hilft», sagt ein Teilnehmer

Der Schnee begeistert zurzeit viele Menschen. Sie geniessen es, schlitteln zu können, bauen Schneemänner und freuen sich über die verzuckerte Landschaft. Doch nicht jeder mag den Winter: Oft ist er grau, und trüb.

Für alle, die der kalten Jahreszeit nicht viel abgewinnen können, Blumen, Licht und Farben vermissen, hat die Volkshochschule Wynental ein Gegenmittel: Malen gegen den Winterblues. Und zwar Aquarelle mit farbenfrohen, floralen Motiven. Der Winter forderte jedoch bereits am Dienstag, dem ersten Kursabend, seinen Tribut: Nur die Hälfte der angemeldeten zwölf Teilnehmer erschien. Mehrere hatten abgesagt, weil ihnen die Strassen zu rutschig waren.

Duftende Formen und Symbole

Für den Anfang des Kurses gab es eine Vorlage: ein fröhliches, modernes Blumenbild. Formen waren das Thema. Nicht botanisch korrekte Blüten, sondern blumige Symbole. «Sie sollen richtiggehend duften und Freude machen», erklärte die Kursleiterin Silvia Merz. Ihren Schülern gab sie anschauliche Tipps. «Lass es mal gut sein. Wenn ein Kuchen im Ofen ist, kannst du auch nichts mehr dran machen.» Das Aquarellieren hat seine eigenen Gesetze: Ausbessern ist schwierig, übermalen geht überhaupt nicht. Da braucht es ein bisschen Mut für den kräftigen Pinselstrich.

Nützt denn das Malen überhaupt gegen den Winterblues? «Ich leide im Winter tatsächlich unter dem Sonnenmangel und dem Nebel», gestand ein Kursteilnehmer. «Deshalb umgebe ich mich gerne mit schönen Dingen und Erinnerungen an den Sommer. Ich brauche etwas Fröhliches um mich.» Das Malen der Blumen tue ihm, dem Anfänger, gut. «Man entwickelt rasch einen Blick dafür, was schön ist.»

Als guten Anlass, um hinaus und unter die Leute zu gehen, sieht Denise von Moos den Malkurs. «Man muss sich mit ungewohnten Situationen auseinandersetzen und etwas Neues lernen», erklärte sie. Das Aquarellieren sei zwar schwierig und brauche Mut, weil sie immer alles perfekt haben möchte. «Aber ich bin sicher, dass mich der Kurs zufrieden machen wird», schwärmte sie und fügt mit einem Lachen hinzu: «Man kann so schön mit Wasser ‹götsche›.»

Ein solcher Malkurs im Januar ist nicht nur optimal gegen den Winterblues, sondern hat auch ganz prosaische Vorzüge. «Im Winter habe ich einfach am besten Zeit», begründete Susanne Gautschi ihre Teilnahme. «Dann kann ich auch zu Hause etwas ausprobieren.»

Schmetterlinge machen froh

Die Stimmung am ersten Kursabend war gelöst und die Teilnehmer waren zufrieden – auch wenn sie bei der abschliessenden Bildbesprechung ihre eigenen Werke recht kritisch betrachteten. Silvia Merz wies aber bei allen auf gelungene Passagen hin. «Ich unterrichte sehr gerne», erklärte die Künstlerin. «Eigentlich kann jeder malen und oft bin ich einfach nur das Zündholz, welches das Feuer richtig entfacht.»

Unter den Blumenbildern, die am ersten Kursabend entstanden, gab es bereits veritable Kunstwerke. Zum Beispiel das von Elisabeth Schneider, die schon mehrere Kurse bei Silvia Merz besucht hat. Mit etwas Fantasie entdeckte man Schmetterlinge und zarte Feenwesen in den Blüten ihres Aquarells. Und es hat sogar die Kraft, den Winterblues zu vertreiben, denn die Betrachter erklärten einstimmig: «Man fühlt sich einfach wohl, wenn man es anschaut.»

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