Seit zwanzig Jahren betreibt Ursula Hunziker in lauschiger Umgebung ihr Kunsthandwerk. Nichts erinnert mehr daran, dass die Gebäude des Areals vor Jahrzehnten zu einer Geflügelfarm gehörten.

Ursula Hunziker ist nicht die einzige Künstlerin auf dem Areal: Ihr Nachbar, Bildhauer Nik Walther, bearbeitet hier Steine und Metall und züchtet seine Dexterrinder.

Das Atelier am Bach ist für Ursula Hunziker vor allem ein Ort der Stille oder, wie sie sagt, «ein Kraftort, wo ich mich in meine Arbeit vertiefen kann.» Heute hat sie ihre Tätigkeit als Kursleiterin im Atelier aufgegeben und dafür das «Café am Bach» eröffnet. «Passanten und Velofahrer halten hier an Sommersonntagen Rast. Sie geniessen zu Kaffee und Kuchen sowohl die Beschaulichkeit wie auch die fröhlichen Tischrunden.»

Kunst und Natur im Einklang

Vier Jahre sind vergangen, seit Ursula Hunziker in Kölliken ihre letzte Ausstellung hatte. Jetzt nutzt sie wie vor zehn Jahren die Umgebung ihres Ateliers in Staffelbach für eine Ausstellung. «Ich kann nebst meinem Garten hinter dem Atelier, den Weg entlang von Niks Werkgebäuden nutzen» erklärt die Künstlerin.

Die mit Metallabfällen und Steinstapeln überstellten Zwischenräume eignen sich gut für eine Ausstellung ihrer Figuren. Da stehen Figuren auf Granitblöcken, gerahmt von weiteren Steinen. Einige der Figuren sind vom Blattwerk der Sträucher am Bach umgeben. Pflanzen, von der Malve bis zur Brennnessel, nehmen die Kunstwerke aus zum Teil glasierter Keramik gleichsam auf. Insgesamt stellt Ursula Hunziker 150 Skulpturen aus.

«Oft bin ich selbst überrascht»

Ursula Hunziker bildet mit ihren Plastiken nie Gesehenes ab. Sie folgt vielmehr einem Anfangsimpuls, «es beginnt ein Entstehungsweg», und formt mit den Händen, bis sich am Ende ein «oft überraschendes Resultat» präsentiert. Zu Beginn ihrer Schaffenszeit habe sie sich vermehrt von inneren Bildern leiten lassen, sagt die Künstlerin. Jetzt gilt: «Das Werk soll aus sich heraus seinen eigenen Gesetzmässigkeiten folgend, entstehen können.»

Gelernt hat Ursula Hunziker, ursprünglich Dekorationsgestalterin. Dann hat sie sich zur Ergotherapeutin und Kunsttherapeutin weitergebildet. Gut die Hälfte ihrer Zeit verbringt sie mit ihrem künstlerischen Schaffen und dem Café. Die andere Hälfte arbeitet sie in Aarau im Zeka-Zentrum mit behinderten Kindern als Therapeutin.

In Beruf und Kunst ist ihr seit je das Vernetzen besonders wichtig. So träumt sie gelegentlich von weiterführenden Kunst-Events im Atelier am Bach. «Das Atelier soll als sinnlicher Ort der Begegnung ein Kontrapunkt sein zu unserer hektischen und leistungsorientierten Zeit. Da ist es leicht zu verstehen, weshalb während der Ausstellung zweimal Musik erklingt.

Tonfiguren: Vernissage, 13. August, 16 Uhr (Laudatio Tinu Heiniger); Öffnungszeiten: 13. bis 28. August, Samstag und Sonntage, 10 bis 18 Uhr. Konzerte am 13.8. mit Quadrofonix (Vokalmusik) und am 28. 8. mit Trio Cassata (Volksmusik).