Hirschthal

Ein harter Kampf für die eigene Poststelle

In einer Baracke: Die provisorische Poststelle in Hirschthal.  FBA

In einer Baracke: Die provisorische Poststelle in Hirschthal. FBA

Im Herbst fiel der Entscheid, dass die Poststelle in Hirschthal geschlossen wird. Die Gemeinde erkämpfte sich immerhin eine Postagentur - auch dank der Unterstützung der Bevölkerung.

«Die Poststelle in Hirschthal war seit Jahren auf der Liste 421, auf der sich alle Poststellen befinden, die geschlossen werden könnten», erklärt Urs Rauber, Poststellenleiter und Gemeinderat von Hirschthal. Im vergangenen Herbst kam aus heiterem Himmel die Hiobsbotschaft für die Hirschthaler: Ihre Poststelle wird aus geografischen Gründen geschlossen. Die grösseren Poststellen von Schöftland und Muhen liegen zu nah. «Dieser Entscheid hat mir sehr weh getan», sagt Rauber.

Suche nach Alternativen

Trotz der niederschmetternden Nachricht aus Bern sahen die Hirschthaler einen Weg, wie sie ihre Poststelle am Leben erhalten können. «Die Post bot uns an, in einem Dorfladen eine Postagentur zu eröffnen», erzählt der Poststellenleiter. Das Problem war aber, dass Hirschthal seit mehreren Jahren keinen eigenen Dorfladen mehr hatte. Der Gemeinderat begann, nach einer geeigneten Lösung zu suchen, denn man wollte unbedingt verhindern, dass Hirschthal dasselbe Schicksal erleidet wie Hallwil. «Dort wurde die Poststelle geschlossen, weil kein Dorfladen vorhanden war», sagt Rauber.

Bevölkerung zeigt sich solidarisch

Die Gemeinde entschied sich daraufhin, der Schweizer Post die Räumlichkeiten der Hirschthaler Poststelle abzukaufen. Auf der neu erworbenen Fläche sollte nun der neue Dorfladen mit integrierter Postagentur entstehen. Urs Rauber erklärte sich bereit, gemeinsam mit seiner Frau Gabi, den neuen Hirschthaler Dorfladen zu führen. Einstimmig hiess die Bevölkerung den Kredit über 90000 Franken gut, der für den Umbau der Räumlichkeiten notwendig war. «Die Unterstützung aus der Bevölkerung bestärkte uns in unserem Vorhaben», freut sich der künftige Geschäftsinhaber.

Doch bereits wartet die nächste Hürde auf den engagierten Poststellenleiter. «Die Post wollte meine Poststelle während des zweimonatigen Umbaus schliessen. Doch das konnte ich meinen Kunden nicht antun», erzählt er. Da die Post kein Provisorium vorgesehen hatte, wandte sich Rauber an den Chef Poststellen und Verkauf in Bern. «Herr Salamin entschied dann, dass wir in Hirschthal eine Baracke erhalten werden.» Seit gestern wird das Provisorium nun genutzt.

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