Lange war nicht klar, wie es mit der Organisation der Schulsozialarbeit von Oberkulm, Teufenthal und Unterkulm weitergeht. Jetzt haben der Unterkulmer Gemeinderat und die Schulpflege entschieden, die Schulsozialarbeit an ihrer Primarschule ab sofort zu erweitern, die anderen beiden Gemeinden werden dies nicht tun.

Diesem Entscheid liegt ein langes Hin und Her zugrunde. Die drei Gemeinden hatten gemeinsam in einer dreieinhalbjährigen Pilotphase die Schulsozialarbeit im mittleren Wynental eingeführt, diese lief bis Ende 2015. Die Schulsozialarbeit war zuständig für die drei Primarschulen Unterkulm, Oberkulm und Teufenthal, sowie für die Oberstufe der Kreisschule Mittleres Wynental.

In der Bevölkerung wurde es im letzten Herbst zum Thema, als die definitive Einführung der Schulsozialarbeit mit einem Pensum von 80 Prozent auf den Traktandenlisten aller drei Gemeindeversammlungen stand. Dazu gesellte sich ein Antrag für eine Pensenerweiterung ebendieser Stelle von 80 Prozent auf 140 Prozent. Dies, weil das gewünschte Pflichtenheft – unter anderem die Präventionsarbeit – von einer Fachkraft in einem 80-Prozent-Pensum nicht zu erfüllen sei, wie damals Kreisschulpflegepräsidentin Barbara Hächler sagte.

Die Gemeinderäte von Unterkulm und Teufenthal standen hinter der definitiven Einführung und der Pensenerhöhung. Der Oberkulmer Gemeinderat dagegen befürwortete zwar die Weiterführung der Schulsozialarbeit, lehnte aber angesichts der prekären Finanzlage der Gemeinde eine Stellenerhöhung um 60 Prozent ab.

Den Anträgen aller Gemeinderäte wurde an den Gemeindeversammlungen zugestimmt: Unterkulm und Teufenthal sagten Ja zu beiden Traktanden, Oberkulm stimmte der definitiven Einführung zu, die Pensenerhöhung wurde aber abgelehnt. Die Oberkulmer Schulpflege ergriff danach das Referendum. An der Urne schmetterten die Oberkulmer dieses jedoch ab.

Kurze Zeit später entschied der Teufenthaler Gemeinderat, dass er auf die Erweiterung der Schulsozialarbeit ebenfalls verzichte. «Laut Satzungen der Kreisschule müssen alle drei Gemeinden bei einer Pensenerhöhung mitmachen», sagt der für die Bildung zuständige Gemeinderat Roland Lutz.

Kein Traktandum an der Gmeind

Einen anderen Weg geht Unterkulm. Dort zeichnet sich jetzt zumindest für die Primarschule ein Happy End ab: In der Gemeinde soll die Schulsozialarbeit für die Primarschüler trotz der ablehnenden Haltung der Nachbargemeinden etwas erweitert werden. «Wir wollten die Stelle erweitern, weil wir uns einen Mehrwert bei der präventiven Arbeit erhofft haben und überzeugt sind, dass die präventive Arbeit wirkungsvoll ist. Daran halten wir weiterhin fest», sagt die Unterkulmer Bildungsvorsteherin Manuela Basso.

Auch die Unterkulmer Bürger hätten zu diesem Mehrwert an der Gemeindeversammlung Ja gesagt, «wir sind es ihnen deshalb schuldig, dass wir dies nun umsetzen.» Man könne dies aber nur auf Primarschulstufe tun.

Die Unterkulmer Schulpflege wurde nun beauftragt, die erweiterte Schulsozialarbeit auf Primarschulebene per sofort einzuführen. Dafür stehen finanzielle Mittel von rund 24 600 Franken pro Jahr zur Verfügung.

Dieser finanzielle Rahmen ergebe sich aus dem, von der Gemeindeversammlung genehmigten Gesamtkonzept vom November 2015, schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. «Die Anstellung wird über die Kreisschule Mittleres Wynental laufen», sagt Manuela Basso. Man sei auf der Suche nach einer zweiten Person, die künftig für die präventive Arbeit an der Unterkulmer Primarschule tätig sein wird. Manuela Basso wird an der nächsten Gemeindeversammlung darüber informieren, abgestimmt wird aber nicht.

Zusammengefasst heisst das: Die Schulsozialarbeit ist in einem 80-Prozent-Pensum in allen drei Gemeinden für Oberstufe und Primarstufe definitiv eingeführt worden. Einzig Unterkulm hat entschieden, für ihre Primarschüler die Schulsozialarbeit zusätzlich zu erweitern.