Schöftland

Ein Garten als Wahlkampf-Schlager

Die Grossräte Uriel Seibert und Severin Lüscher mit Gemeinderätin Anja Gestmann und alt Gemeinderätin Elsbeth Kaufmann (v.l.).

Die Grossräte Uriel Seibert und Severin Lüscher mit Gemeinderätin Anja Gestmann und alt Gemeinderätin Elsbeth Kaufmann (v.l.).

Vier Nationalratskandidaten versuchen, beim Werben um die Wählergunst etwas Bleibendes zu schaffen.

In die Wiese hinter dem Demenzbereich des Schöftler Alterszentrums werden nun doch Spaten eingestossen. Zwar nicht solche, die ein Bauprojekt starten – der Plan zur Erweiterung des Demenzbereichs wurde 2016 begraben, unter anderem, weil sich die Nachfrage nach Demenz-Pflegeplätzen nicht wie erwartet entwickelte.

Nein, es sind Gartenspaten und -hacken, mit denen vier Schöftler Politiker am warmen 1.-Mai-Nachmittag die Erde bei der «Unteren Mühle» umpflügen, Unkraut jäten und Gemüse sähen. Anja Gestmann (56, SP), Severin Lüscher (64, Grüne), Uriel Seibert (27, EVP) und Elsbeth Kaufmann (74, SP 60+) bepflanzen gerade ihr Wahlkampfprojekt. Alle vier wollen sie im Herbst in den Nationalrat gewählt werden. «Und wir kamen zum Schluss, im Rahmen der Wahlkampagne etwas miteinander zu machen», sagt Anja Gestmann, die – passend zur Parteifarbe – Randen und roten Federkohl ins Beet gepflanzt hat.

«Im täglichen Leben müssen Politiker schliesslich auch miteinander und nicht gegeneinander arbeiten», fügt sie an. Das parteiübergreifende Projekt sollte gleichzeitig der Schöftler Bevölkerung dienen. So sind sie auf die Idee eines Gemeinschaftsgartens gekommen. Das Konzept: Jeder im Dorf kann hier sähen und ernten. Das Land wird vom Alterszentrum Schöftland zur Verfügung gestellt. Dabei steht nicht eine reiche Ernte im Vordergrund, sondern das gemeinsame Gärtnern, wie Severin Lüscher sagt. «Die Leute treffen sich hier, während sie zum Jäten oder Giessen kommen, andere lernen sich neu kennen.» Auch Leute, die nichts gepflanzt haben, können hier ihren Salat holen kommen. Für freiwillige Spenden wird ein Kässeli zugunsten des Natur- und Vogelschutzvereins aufgestellt, der am ersten Arbeitstag Mitte April kräftig mitgeholfen hat.

Bleibendes Beet

Wunsch der vier Kandidaten ist es, dass der Gemeinschaftsgarten auf längere Dauer angelegt werden kann, das Nationalratsrennen etwas Bleibendes hinterlässt. Vielleicht, so Gestmann, könnten dereinst die Bewohner des Demenzbereichs mitgärtnern. Soweit sieht es gut aus: Ein paar grüne Blättchen gucken schon aus der Erde.

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