Rund 300 Quadratmeter Gewerbefläche sind zu vermieten im ehemaligen Weberei-Areal in Obermuhen. Dieses umfasst insgesamt drei Häuser und in dem Gebäude namens «Ribag Loft» werden aktuell noch sechs neue Mieter gesucht. Einen Run auf die renovierten Räume gibt es zwar nicht, doch die jetzige Mieterschaft, die von einer Tanzschule über Architekten bis zu einem Fotografen geht, ist sehr zufrieden mit ihrem Geschäftsstandort.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich: «Die Miete in Aarau ist zu teuer, darum bin ich hier in Muhen» erklärt Daniel Wälti, Geschäftsführer von Inn Art. Wälti geschäftet gerne hier. Vor allem der nahe Autobahnanschluss sei praktisch. Ausserdem könne man durch die Nähe zu verschiedenen Geschäftsnachbarn teilweise auch zusammenarbeiten. Wo früher viele Fäden zusammenliefen, werden so heute lockere Netzwerke gespannt.

Vom Weben zum Drucken

Bis letztes Jahr war auch die Firma Horseland noch auf dem Areal. Seit sie ihren Standort nach Lenzburg verschob, ist nun die Sigtech im hintersten der drei Gebäude.

Wo sich einst alles ums Weben und später um Pferde drehte, steht nun das Drucken im Vordergrund. «Wir sind sehr zufrieden mit der Lage und dem Gebäude», sagt Marie-Therese Blindenbacher von Sigtech. Die Firma ist vergangenen November von Suhr nach Muhen gezogen, nachdem das Gebäude hier frei geworden war.

Über die neuen haben sich die jetzigen Mieter schon Gedanken gemacht. Wälti von Inn Art hätte gerne einen Metallbauer im Areal. «Das wäre für eine Zusammenarbeit interessant.» Dieser Wunsch wird ihm erfüllt. Ein Metallbauer wird bald in eine grosse Halle der Sigtech einziehen.

«Solche Nachbarn wünscht man sich»

Die Sigtech selbst denkt betreffend neuer Mieter noch praktischer: «Potenzielle Kunden, wären für uns interessante Nachbarn.» Und für den Werbefotografen Hannes Kirchhof wäre jemand aus dem Grafik- oder Kommunikationsbereich vielleicht sogar ein möglicher neuer Geschäftspartner. Er ist aber auch jetzt schon zufrieden: «Solche Nachbarn, wie ich sie habe, wünscht man sich.»

Gianni Asquini, Immobilienmakler der Realit AG Treuhand in Lenzburg, ist zuständig für die Vermietung der noch leeren Flächen. «Das Ziel des Besitzers ist, dass hier etwas Gutes entsteht», sagt er. Zudem wolle der Besitzer nicht irgendeinen Mieter. Vielmehr sollen die neuen ins Areal passen. Gewünscht wäre, dass Synergien genutzt werden könnten.

Einige Mädchen nutzen das Areal bei heissem Wetter sogar als inoffizielle Suhre-Badi, erzählt Blindenbacher von Sigtech. Solang sie keinen Abfall hinterlassen, sind aber auch sie willkommen im ehemaligen Webereiareal.