«Grundsätzlich gehören Mobilfunkanlagen ins Baugebiet. Dort sind sie in der Regel zonenkonform, unter Vorbehalt der Standortplanung im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung.»

So steht es im Leitfaden Mobilfunk für Gemeinden und Städte, herausgegeben von den zuständigen Bundesämtern und Verbänden.

Ein Satz, der für die Moosleerber viel Bedeutung hat. Denn in der 885-Seelen-Gemeinde regt sich Widerstand gegen die geplante Mobilfunkantenne der Swisscom.

Sie soll auf einem Wohnblock zu stehen kommen. Für eine Sammeleinsprache kamen über 300 Unterschriften zusammen. Beinahe ein Drittel der Moosleerber Bevölkerung hatte unterschrieben. Der Widerstand gilt vor allem der Reichweite der geplanten Antenne.

Belastung im engeren Radius

Die Einsprecher argumentieren: «Die geplante Mobilfunkanlage ist nicht zonenkonform, da sie im Wesentlichen Flächen ausserhalb der Zone, in der sie steht, ja sogar zu einem grossen Teil ausserhalb von Moosleerau, versorgt.»

Die Antenne würde grosse Versorgungslücken – die meisten ausserhalb der Gemeinde – abdecken. Deswegen habe sie eine grosse Sendeleistung, die wiederum die Anwohner im engeren Radius belaste.

Aus diesem Grund sei das Baugesuch abzulehnen. Sie schlagen eine Alternative vor, die eine Nutzung einer Hochspannungsleitung vorsieht. «Der Standort liegt nicht in der Bauzone», heisst es von der Swisscom. Für eine Ausnahmebewilligung gäbe es keine Grundlage.

«Der gewählte Standort ist aus unserer Sicht ideal, um das gewünschte Gebiet zu versorgen», sagt Swisscomsprecherin Annina Merk dazu. Man hoffe auf einen positiven Entscheid.

«Die Mobilfunkantenne in Moosleerau ist betreffend Sendeleistung eine durchschnittliche Anlage.» Entscheidender als die Gesamtleistung seien die Leistungen pro Senderichtung. Die Leistung der drei Senderichtungen liege je zwischen 1020 und 2400 Watt.

Ball beim Gemeinderat

Die Sammeleinsprache landete beim Gemeinderat. Dieser stellte sie der Swisscom und dem Kanton zur Vernehmlassung zu. Nach einem langen Hin und Her liegen der Gemeinde neuen Stellungnahmen der kantonalen Abteilung für Baubewilligungen, der kantonalen Abteilung für Umwelt und der Swisscom vor.

Der Gemeinderat wird an der Sitzung vom 2. April darüber beraten.

«Der Kanton hat ususgemäss die Bereitschaft erklärt, an einem Gespräch teilzunehmen», sagt Felicitas Siebert, Leiterin der Abteilung für Baubewilligungen. Wegen des laufenden Verfahrens wollen sich weder Kanton noch Swisscom oder die Einsprecher inhaltlich äussern.