Menziken
Ein Dorf setzt sich selber Leitsterne

Behörde und Planer präsentieren die Visionen der Gemeinde Menziken für die nächsten 20 Jahre. Die Bürger sind aufgefordert, selbst Ideen einzubringen.

Peter Siegrist
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Wo soll einst ein Dorf- und Begegnungszentrum sein?

Wo soll einst ein Dorf- und Begegnungszentrum sein?

Peter Sigrist

An der Info-Veranstaltung erklärte Gemeindeammann Annette Heuberger noch vor der Präsentation der Visionen: «Ein gesunder Wandel macht eine Gemeinde erst lebendig, deshalb braucht es Visionen und Wünsche.» Wenn auch nie alles umgesetzt werde, würden Visionen zu Ideen anspornen.

Planer, Behörden und Arbeitsgruppen unter Einbezug der Bevölkerung legen jetzt ein Leitbild vor, das für die kommende Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland Leitplanke und Wegweiser sein soll.

Behörde setzt auf die Bevölkerung

Das Leitbild liegt zur Mitwirkung öffentlich auf. «Es ist noch nicht in Stein gemeisselt», so Gemeindeammann Heuberger. Die Bürgerinnen und Bürger können und sollen sich äussern und ihre Ideen einbringen.

Bevor die neun Leitsterne näher vorgestellt wurden, gab der Planer Götz Datko – «ich war vorher noch nie in Menziken» – seine in einer vertieften Analyse erarbeitete Aussensicht von Menziken bekannt. Götz hielt fest, dass Menziken mit seinem unterdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum (Zahl der Schweizer Bürger gar rückläufig) noch für Jahre genügend Baulandreserven habe – 48 Hektaren unbebaute Baulandreserven reichen weit.

Götz zählte auf, was besonders Aussenstehenden ins Auge fiel: Versorgungssituation, Arbeitsplätze, Wirtschaftssektoren (hier der Wandel vom Gewerbe zur Dienstleistung), Wohnsituation, und Verkehr.

Die erarbeiteten Leitsterne beziehen sich alle auf ein bestimmtes Fachgebiet und folgen dem Satz: «Im Jahr 2027 ist Menziken...»

Sterne deuten Visionen an

So steht unter dem ersten Leitstern: «Das neue Menziken im Jahr 2027 macht nicht alles anders aber doch vieles besser.» Man wolle Qualitäten aufrechterhalten und Neues in «Form von Leuchtturmprojekten» realisieren. Etwa: eine starke Partnerschaft mit Reinach und aargauSüd, oder dem Ausbau des Versorgungsangebots. Die Menziker denken an eine moderne Zentrumsspange Bahnhof–Alu-Areal–Menzo-Markt und an einen repräsentativen Zentrumsplatz. Wiederholt sprachen die Planer bei künftiger Bautätigkeit vom Verdichten nach innen, anstelle von Bauen am Ortsrand. Gewünscht werden hochwertige Wohn- und Gewerbebauten im Zentrum. «Hier gibt es Möglichkeiten zum Nachverdichten», sagte der Ortsplaner Thomas Meier.

Auch das kreative Menziken wurde angesprochen: Kreative Firmen, kreative Köpfe seien gefragt, die Leben und Vielfalt ins Dorf bringen.

Das Leitbild liegt bis zum 30. November auf der Gemeindekanzlei auf und die Behörde hofft auf Anregungen aus der Bevölkerung.