Kunst
Ein Dorf entsteht – in Aquarell

Staffelbach Die Jugend- und Kulturkommission suchte Künstler und Kunst mit Bezug zum Dorf – und fand allerhand

Sibylle Haltiner
Merken
Drucken
Teilen
Kunstausstellung Die Kunstausstellung ist auch ein gesellschaftlicher Anlass.
11 Bilder
Kunstaustellung Staffelbach
Kunstausstellung Von allen Künstlern haben die Organisatorinnen ein Kurzportrait erstellt, das von den Besucherinnen und Besuchern interessiert gelesen wird.
Kunstausstellung Der Staffelbacher Thomas Lüscher hat diese Skulptur geschaffen.
Kunstausstellung Die Kinder sind fasziniert von der Maschine "Wie der Vater - so der Sohn" von Paul Gugelmann.
Kunstausstellung Die Kunstausstellung zeigt neben Bildern auch Skulpturen.
Kunstausstellung Wilhelm Fikisz malt an der Ausstellung ein Aquarell mit einer Dorfansicht von Staffelbach.
Kunstausstellung Das Bild von Otto Ernst mit einer Ansicht von Staffelbach bildet den Mittelpunkt der Ausstellung.
Kunstausstellung Die poetischen Maschinen von Paul Gugelmann faszinieren die Besucherinnen und Besucher der Kunstausstellung.
Kunstausstellung Priska Hauri (links) ist eine der Organisatorinnen der Kunstausstellung.
Kunstausstellung Paul Gugelmann hat seine Maschine "Das Leben geht im Kreis herum" mitgebracht.

Kunstausstellung Die Kunstausstellung ist auch ein gesellschaftlicher Anlass.

Sibylle Haltiner

Eine Ansicht von Staffelbach, in den 50er-Jahren gemalt vom bekannten Aargauer Künstler Otto Ernst, stand am Wochenende in der alten Turnhalle im Mittelpunkt. Umgeben von weiteren Kunstwerken, die einen Bezug zum Dorf haben. Und das waren nicht wenige: Werke von Künstlern, die im Dorf leben, wie Thomas Lüscher, Fränzi Müller oder Nik Walther, daneben Sujets aus Staffelbach wie das 1955 abgerissene Strohdachhaus, festgehalten von Wilhelm Albert Lehmann oder Federzeichnungen der Schöftler Zeichnungslehrerin Elisabeth Frey.

Die Jugend- und Kulturkommission hatte sich für die vierte Auflage ihrer mehrteiligen Ausstellungsserie des Themas «Staffelbacher Bilder & Kunst» angenommen. Damit faszinierte sie die Einwohner, die besonders die alten Dorfansichten interessiert betrachteten und mit den heutigen Begebenheiten verglichen.

«Wir sind begeistert», sagten Bernadette und Werner Lüthi. «Das Bild des Strohdachhauses hat uns sehr imponiert. Einige alte Ansichten haben wir aber nicht auf Anhieb erkannt.» Sie staunten zudem, wie vielfältig und umfangreich die Ausstellung war. «Wenigstens gibt es hier ein paar Künstler, wenn es auch sonst im Dorf nicht mehr viel hat», meinten sie.

Kleines Dorf – viele Künstler

Auf einige Künstler ist Priska Hauri, Mitglied der Jugend- und Kulturkommission, im Internet gestossen. So beispielsweise auf Hans-Konrad «Cobet» Bettler. Der Künstler, heute in Aarburg wohnhaft, lebte in den 80er-Jahren in Staffelbach und malte in dieser Zeit das Ölgemälde «Neige fondante», dessen Motiv Priska Hauri sofort erkannte. Andere Künstler wohnen im Dorf. So der Bildhauer Thomas Lüscher, der seit fünf Jahren Staffelbacher ist und in der alten Turnhalle viele Besucher kannte: «Die Ausstellung ist eine super Idee und für uns Künstler ebenfalls bereichernd, da sie auch ein gesellschaftlicher Anlass ist.»

Paul Gugelmann, dessen Heimatort Staffelbach ist, stellte drei seiner poetischen Maschinen zur Verfügung und faszinierte damit grosse und kleine Besucher. «Ich kenne hier niemanden, komme aber ab und zu nach Staffelbach, um mir das Dorf anzuschauen», erzählte der Gretzenbacher, dessen Werke im Paul-Gugelmann-Museum in Schönenwerd zu sehen sind. Er kümmerte sich selbst darum, dass am Ausstellungsort alle Rädchen seiner filigranen und fantastischen Maschinen reibungslos ineinandergriffen.

Besondere Aufmerksamkeit zog Wilhelm Fikisz auf sich. Der Maler, der in Schöftland lebt, aber auf der ganzen Welt malt und Seminare durchführt, arbeitete während der Ausstellung live an einem Aquarell. Als Vorlage diente ein Foto mit einer Dorfansicht von Staffelbach. «Die Dachlandschaft von Staffelbach mit ihren Drei- und Vierecken fasziniert mich», erklärte der Künstler. Die Ausstellungsbesucher durften ihm nicht nur Fragen stellen, sondern auch miterleben, wie sich unter den Pinselstrichen des Künstlers farbige Striche und kleine Flächen zu einem Gesamtbild ihres Wohnortes zusammenfügten.