Schmiedrued
Ein Brand auf der Nütziweid wäre gelöscht worden

«Brand gross» lautete die Alarmmeldung, die am Montagabend um 18.26 Uhr die Feuerwehren Schmiedrued und Schlossrued zum abgelegenen Bauernhof der Familie Wölfli auf der Nütziweid rief. Trotz Schneegestöber waren die Einsatzkräfte rasch vor Ort.

Hanny Dorer
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An der Alarminspektion waren unter anderem zwei Rettungen aus den oberen Stockwerken durchzuführen.

An der Alarminspektion waren unter anderem zwei Rettungen aus den oberen Stockwerken durchzuführen.

Die Erleichterung war gross, als die Feuerwehrleute nach ihrem Eintreffen feststellten, dass es sich nicht um einen Ernstfall, sondern um die alle fünf Jahre von der Aargauischen Gebäudeversicherung durchgeführte Alarminspektion handelte. Deren Ziel ist es, die Anfahrtszeiten sowie Leistungen der Feuerwehr im Einsatz zu überprüfen.

Da nach dem Alarmkonzept bei «Brand gross» in Schmiedrued automatisch auch die Feuerwehr Schlossrued aufgeboten wird, waren bald an die 80 Feuerwehrangehörige im dichten Schneegestöber im Einsatz. Ebenfalls automatisch aufgeboten wurde die Autodrehleiter der Feuerwehr Menziken-Burg, die jedoch in diesem Fall nicht zum Einsatz kam.

Das Szenario sah einen Brandausbruch in der Küche im Erdgeschoss des Bauernhauses vor, der sich ausbreitete und den Zugang zu den oberen Geschossen verhinderte. Deshalb mussten zwei dort eingeschlossene Personen über die Leiter gerettet werden.

Beobachtet wurde das Geschehen durch den Kreisexperten Ruedi Indermühle, seinen Stellvertreter Marcel Birrer sowie die Instruktoren Michael Deppeler, Guido Stutz, Stephan Baldinger und Markus Leuppi, wobei letzterer Übungsleiter war.

Obwohl das Feuerwehrmagazin rund 3 Kilometer vom Einsatzort entfernt ist, erschien das Schmiedrueder Tanklöschfahrzeug bereits 7 Minuten nach Alarm auf dem Schadenplatz und 10 Minuten nach Alarm war der erste Atemschutztrupp einsatzbereit.

Bei winterlichen Verhältnissen nahmen die Feuerwehrleute unter der Einsatzleitung von Leutnant Urs Brunner die ihnen gestellten Aufgaben in Angriff, löschten das «Feuer», verhinderten den Übergriff auf Nachbargebäude und führten die zwei Rettungen aus. Ein Brand auf der Nütziweid wäre zweifellos gelöscht worden.

Bei der Übungsbesprechung gab es viel Lob für die Mannschaft. Besonders erwähnt wurden unter anderem das rasche Einrichten eines Atemschutz-Sammelplatzes, die vorbildliche Organisation des Verwundetennestes, die Einweisung der Fahrzeuge durch den Verkehrsdienst, die Sicherung der Fahrzeuge durch die Maschinisten und generell der grosse Einsatzwille.

Allerdings wurde auf der Führungsebene auch Verbesserungspotenzial festgestellt, und die Instruktoren empfahlen den Kaderleuten, gezielter zu führen, Funkverbindung mit dem Einsatzleiter zu halten und die Befehle lauter und klarer zu erteilen. Gesamthaft gesehen konnte der Feuerwehr Schmiedrued jedoch «Gesamtübung erfüllt» attestiert werden.

Die Familie Wölfli liess es sich nicht nehmen, die Feuerwehrleute anschliessend in der Scheune mit heissen Rauchwürstli und Getränken zu verwöhnen, während draussen das Schneetreiben weiter ging.

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