Muhen

Ein 23 Millionen teures Schulhaus: Den Gemeindeammann von Muhen hat das ein paar graue Haare gekostet

Statt eines viertägigen Festes gab’s eine einfache Schlüsselübergabe: Schulleiterin Christina Schwob, Gemeindeammann Andreas Urech, Schulpflegepräsidentin Corinna Häfliger und Architekt Jann Stoos.

Statt eines viertägigen Festes gab’s eine einfache Schlüsselübergabe: Schulleiterin Christina Schwob, Gemeindeammann Andreas Urech, Schulpflegepräsidentin Corinna Häfliger und Architekt Jann Stoos.

Eine Schlüsselübergabe für ein Bauprojekt, das nicht ganz einfach war. Aber auch eine Schule mit angeschlossenem Kindergarten, die sich sehen lassen kann: Inklusive Glastüren, beschaulichen Sitzplätzen und Spielschiff.

«Als die Planungsarbeiten zum neuen Schulhaus begannen, hatte ich noch ein paar graue Haare weniger», sagte Gemeindeammann Andreas Urech am Montagmorgen, den symbolischen Schlüssel zum Schulhaus in der Hand. Das Jahrhundertprojekt hat nicht nur den Ammann graue Haare gekostet. Nebst mehreren Jahren Planungs- und Bauzeit (den Kredit sprach die Gmeind 2016) haben das neue Schulhaus «Breite» und der zusätzliche Kindergarten 23 Millionen Franken verschlungen.

Durchsichtige Schulzimmertüren

Um die Fertigstellung gebührend zu feiern, hätte morgen ein mehrtägiges Dorf- und Jugendfest beginnen sollen inklusive Zirkusprojektwoche und Luna Park. Dieses musste wegen Corona verschoben werden. «Aber in dieser Woche geht nun die Schule wieder los», so Urech, und das sei angesichts des Corona-Hintergrunds auch ein schönes Ereignis (AZ von gestern). Symbolisch übergab er den Schlüssel der Schulleiterin Christina Schwob, während die zweite Schulleiterin Petra Hess mit einem Plastikvisier vor dem Gesicht durch die Klassen ging, um die Schüler und Schülerinnen in den neuen Schul- und Kindergartenzimmern willkommen zu heissen. In den Klassen dabei den üblichen Überraschungseffekt zu erzielen, ist im «Breite» jedoch kaum möglich, denn die Schulzimmertüren sind aus Glas. Läuft man durch den Gang (der auch Gruppenarbeitbereich ist), so recken sich hinter den Türen links und rechts die Hälse.

Für 23 Mio. Fr. hat’s etwas Schönes gegeben: Etwa die grosszügigen Gänge des neuen Schulhauses.

Für 23 Mio. Fr. hat’s etwas Schönes gegeben: Etwa die grosszügigen Gänge des neuen Schulhauses.

Sein Team habe nicht ein Schulhaus bauen wollen, das bloss zum Erlernen von Mathematik und Französisch tauge, sagte Architekt Jann Stoos bei der Schlüsselübergabe. «Es soll auch ein Lebensraum sein». Einen solchen wurde auch ausserhalb des holzverkleideten Schulhauses geschaffen: Spielplätze, der Lindenplatz mit Bänken und dem Spielschiff und Plätze für einen Schwatz sind vor dem «Breite» entstanden.

«Viele Schüler, die im Sommer in die 5. Klasse und damit ins alte Schulhaus kommen, fürchteten, sie dürften wegen Corona gar nicht mehr im Neubau zur Schule gehen», sagte Schulleiterin Christina Schwob. Nun sei ihnen das doch noch ein paar Wochen vergönnt. Und nicht nur für die Schüler, auch für die Vereine ist die Vollendung des Schulhauses ein grosses Plus, wie Schulpflegepräsidentin Corinna Häfliger anfügte. Diese hätten nun eine grosse Mehrzweckhalle mit Bühne (die zu Unterrichtszeiten die Doppelturnhalle ist).

Schüler am Eröffnungstag beim Turnunterricht im neuen Schulhaus von Muhen.

Schüler am Eröffnungstag beim Turnunterricht im neuen Schulhaus von Muhen.

Gemeinde hatt, dass die «Waldeck» aufgewertet wird

In den vergangenen Wochen ist Material und Mobililar aus Schulcontainern und dem Schulprovisorium im ehemaligen Restaurant «Waldeck» ins neue Schulhaus gezügelt worden. Nun fragt sich, was aus der leeren «Waldeck» wird. Das Gebäude steht in der Zentrumszone und diese will der Gemeinderat in den nächsten Jahren schrittweise aufwerten. Der ehemalige Besitzer und Wirt hatte das Gebäude an einen Investor verkauft. Von diesem hätte es die Gemeinde für 2,5 Millionen Franken erwerben können, die Wintergmeind 2018 lehnte den Kauf aber ab – der Preis war den Mühelern zu hoch. Die «Waldeck» wird aber auch so baulich aufgewertet werden können, da ist Gemeindeammann Urech zuversichtlich: «Der Eigentümer ist bereit, bei der Zentrumsentwicklung mitzumachen.» Man sei schon mehrmals zusammengesessen.

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