Reinach

Ein 2,3 Millionen-Loch in Reinachs Kasse

Neues Dach und neue Fassade: Das Reinacher Gemeindehaus ist ein schmuckes Gebäude.  Peter Siegrist

Neues Dach und neue Fassade: Das Reinacher Gemeindehaus ist ein schmuckes Gebäude. Peter Siegrist

Die Reinacher Rechnung 2010 schliesst mit einem Defizit von 2,3 Mio. Franken ab. Gemeindeamman Martin Heiz spricht von einem «Einnahmeproblem».

Die Reinacher Behörde orientierte gestern Abend Parteien- und Pressevertreter über die Geschäfte der Gemeindeversammlung vom 8. Juni. Noch bevor Gemeindeammann Martin Heiz seine Stirn in Falten legte und die Rechnung 2010 vorstellte, erklärte er, dass Reinach jetzt Besitzer des Werkhofs der Firma Anliker sei. Der Gemeinderat hat die Anlage für 1,85 Mio. Franken gekauft, der Souverän hatte im November einen Kredit von 1,9 Mio. bewilligt.

Heiz erklärte zur Rechnung, dass die Behörde mit einem Defizit von 640000 Franken gerechnet hat, aber nicht mit 2,3 Mio. Drei Gründe dafür legte der Ammann dar: Erstens habe es bei den grössten Steuerzahlern einen Rückgang gegeben, zweitens hätten sehr viele Einwohner viel Geld in den Erhalt ihrer Liegenschaften investiert und diese abzugsberechtigten Beträge geltend gemacht. Und bei rund 900 Steuerpflichtigen hätten sich die Kleinverdienerabzüge ausgewirkt, «diese Leute mussten keine Steuern mehr zahlen». 2010 konnte Reinach auch keinen Finanzausgleich vom Kanton empfangen.

«Wir hatten klar ein Einnahmenproblem», sagte Heiz. Das Pro-Kopf-Steuereinkommen liegt in Reinach bei nur rund 1600 Franken. Sorgen machen der Gemeinde die stetig steigenden Sozialhilfefälle: 2005 waren es deren 120, im letzten Jahr stieg die Zahl auf 237, was die Gemeinde netto mit 3,5 Mio. Franken belastete. Ohne Neuverschuldung wären gerade noch Investitionen von 1,5 Mio. möglich.

Zwei Planungskredite erneuern

Für die Sanierung der Kanalisationen und die Sanierung von Gemeindestrassen legt die Behörde zwei Kredite zur Erneuerung vor. Das Gesetz schreibt dies so vor, wenn Planungskredite innert einer Frist nicht ausgeschöpft wurden.

Gemeinderätin Pia Müller (Ressort Soziales) stellte das Pilotprojekt Pforte Arbeitsmarkt vor (az Aargauer Zeitung vom 5. Mai). An dieser Einrichtung werden sich 10 Gemeinden des Bezirks beteiligen. «Die Institution kostet Reinach für die drei Jahre netto 33000 Franken und bringt den Erwerbslosen, den Amtsstellen und den Arbeitgebern grosse Erleichterungen», sagte Müller.

Die Gmeind befindet noch über die Kreditabrechnung für den Abschnitt Central bei der Sanierung der Hauptstrasse. Die Mehrkosten von 250000 Franken begründet die Behörde mit zusätzlichen Arbeiten, die während der Bauausführung realisiert wurden.

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